Leserbrief

Es gibt viel schlimmere Bedrohungen

Leserbrief zu «Rudolf Hug fotografiert: Bedroht durch Trophäenjäger», Ausgabe vom 12. August

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Der Titel impliziert, dass vor allem die Trophäenjagd die Eisbären bedroht. Das ist, gelinde ausgedrückt, ein Quatsch. Diese Art von Jagd hat auch etwas Positives, sie sorgt für Arbeit. Aber neben der Jagd gibt es viel schlimmere Bedrohungen: Die intensive Robbenjagd zum Schutze der Fischerei, die Hauptnahrung der Eisbären, die Robben, sind gefährdet, Klimawandel verkleinert die Eisfläche, die Bären müssen mehr schwimmen auf der Jagd und Giftstoffe (PCB-haltiges Plankton wird von Fischen gefressen und gelangt via Robben wieder in die Bären und erreicht dort so hohe Werte, dass laut Forschungen Störungen im Verhalten und in der Fortpflanzung nicht mehr ausgeschlossen werden können). In vier der fünf Arktis-Staaten (Kanada, Grönland, Russland und USA) werden jährlich mindestens noch 700 Tiere legal erlegt. Daneben hat das 1973 unterzeichnete Abkommen über den Schutz und die Erforschung der Polarbären einen Anstieg der Population von rund 5000 auf etwa 25000 Tiere zur Folge. Der sonst gut geschriebene Artikel stellt leider nur eine Bedrohung dar, ist also eindeutig ein fragwürdiges Argument gegen die Jagd.

Hans Wild-Iten, Unterägeri