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«Es ist im Laufe dieser Woche nichts Vernünftiges geschehen»

Wider die Lügenpresse

WELTLAGE «Es ist im Laufe dieser Woche eigentlich gar nichts Vernünftiges geschehen», beklagt sich der Chronist in der Wochenchronik vom 17. August und bittet um Verständnis, wenn er den «geneigten Leser» etwas «kurz abspeist», und fügt an: «Lügen können und dürfen wir nicht und ohne das sind wir halb fertig mit dem Bericht erstatten.» Aber auch diese Ausgabe hat vier Seiten.

Die Lügenpresse

ZUG In einer Artikelserie unter dem Titel «Wie man heut zu Tage Geschichte macht» drischt der Chronist der «Neuen Zuger-Zeitung» auf das «Volksblatt» ein. Ein Thema ist die Inquisition, die Ungläubige verfolgte. Dazu ist zu lesen: «Dass aber die Kirche angefangen habe, die Ketzer zum Tode zu verurteilen, muss anhand der Geschichte entschieden in Abrede gestellt werden.»

Guter Tipp aus Schwyz

ERMUNTERUNG Der Stand Zug trägt sich mit dem Gedanken, 1869 das eidgenössische Schützenfest durchzuführen. Es werden Ratschläge des «Echos vom Rigi» hierzu zitiert: «Handeln sie nach ihrem Ermessen und berücksichtigen sie besonders die Stimmung des Volkes und die Verhältnisse, die vorzüglich eine glückliche Durchführung bedingen und handeln sie danach.»

Spende statt Feier

Eröffnung Am 24. August 1867 wird die Eisenbahn über den Brenner zwischen Innsbruck und Bozen in Betrieb genommen. Es ist der erste Pass im inneren Alpenkamm, der auf Schienen überquert werden kann. Die Betreibergesellschaft verzichtet dabei auf eine grosse Feier und spendet 12000 Gulden an Arme. Diese Geste wird, so die «Neue Zuger-Zeitung», allseits gelobt.

Der Feuerteufel wütet

BAAR «Schon wieder haben wir Ihnen eine Feuersbrunst zu vermelden», zitiert die «Neue Zuger-Zeitung» aus einer Meldung aus Baar. Gebrannt hat ein Holzhaus im Zentrum. Die Brandursache sei noch unklar, doch der «Kantons-Polizeidirektor Hildebrand wird das Richtige hierüber zweifellos zu Tage fördern». Eine erneute Brandstiftung «wäre ein trauriges Zeichen».

Frühe Gipfelstürmer

EISENBAHN Nur vier Tage nach der Eröffnung der Brennerbahn fuhr die erste Lokomotive über «die auf den Gipfel des Mont Cenis führende Hilfsbahn». Sie erreichte eine Höhe von 2084 Metern zwischen Susa (Italien) und Modane (Frankreich) und hatte eine Steigung von 88 Promille. Die Bahn hatte ein kurzes Leben, wurde doch bereits 1871 der Mont-Cenis-Tunnel eröffnet.

Teer reinigt die Luft

CHOLERA Im Jahre 1867 wütet in weiten Teilen Europas die Cholera. Als Gegenmittel eigne sich die Reinigung der Luft auf öffentlichen Plätzen durch das Entzünden von Teertonnen. In Holland habe das Reinigen der Luft «guten Erfolg» gehabt. Denn nach einem Grossbrand in Antwerpen hätten auch dort die Cholera-Fälle deutlich abgenommen.

Coiffeur und Chirurg

INSERAT Josef Iten eröffnet Ende Juli 1867 in Unterägeri ein Geschäft «auf eigene Rechnung». Er schneidet Haare, rasiert und fertigt Perücken an. Daneben verkauft Iten laut Inserat auch Blumen und Andenken an Verstorbene. Im Sortiment hat er eine grosse Auswahl an Zigarren, Halstüchern und Parfümeriewaren. Damit aber nicht genug: Iten empfiehlt sich auch noch «in der niedern Chirurgie».

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