Leserbrief

Es ist nicht alles nur positiv

Zur Situation im Sonnenberg Baar

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Wenn auf Ende Schuljahr beinahe die Hälfte des Lehrpersonals den Hut nimmt, ist dies nicht allein mit natürlicher Fluktuation zu erklären. Das Klima bei den Mitarbeitenden lässt mehr als zu wünschen übrig. Da wirkt es schon etwas unglaubwürdig, wenn ein Geschäftsleitungsmitglied die Einschätzung des Vereinspräsidenten protokolliert, der jetzige Direktor mit seinem Abgang von der Schule Cham, der doch von einigen Nebengeräuschen begleitet war, habe «mit seinem visionären Handeln die Institution wieder auf Kurs gebracht». Die Schule resp. die Einrichtung kommt mit 16 Abteilungen und einem Etat von mehr als doppelt so vielen Mitarbeitenden wie zu meinen Zeiten daher. Stehen diese Fakten für organisches Wachstum oder für Wucherung? Auch die ungenügend durchdachten baulichen Veränderungen wie auch die Organisationsabläufe berechtigen zu dieser Frage. Schliesslich sei auch das Verhältnis von Vermietung im Stammhaus zur Zumietung in fremden Gebäuden hingewiesen. Ob dies nicht von mangelndem Briefing wie auch Controlling zeugt? Der gute Ruf des Sonnenberg ist zumindest angeschlagen. So ist es verständlich, dass ein getrenntes Ausweisen von Spenden und Legaten tunlichst vermieden wird.

Nachdem ich auf strategischer Ebene zum Ehrenmitglied ernannt wurde, erhielt ich auf operativer Ebene eine wider-rechtliche Kündigung. Nun sind auch die Schwestern ausgesessen. Ob die geplante feierliche Verabschiedung am 22. November (!) nicht eine weitere Farce ist?

Noch in diesem Zusammenhang: In jedem Raum waren schlichte Kreuze aus Fichtenholz angebracht. Neben dem christlichen Bezug handelte es sich um eine einheitliche Dekoration als Kunst am Bau. Dann waren diese Kreuze eine Hommage an die Baldegger Schwestern, da sie an das gleichschenklige Kreuz erinnern, das die Baldegger Schwestern tragen, von denen über 100 im Sonnenberg gewirkt haben. Viele dieser Kreuze landeten im Abfall. Damit mit dem Inventar der Schwesternkapelle nicht dasselbe geschieht, ist mir deren ordentliche Räumung und Profanierung ein Anliegen.

P. Erwin Benz, Baar