Leserbrief
Es könnten unnötige und teure Rechtsfälle entstehen

Zur Abstimmung über die Teilrevision des Denkmalschutzgesetzes am 24. November

Drucken
Teilen

Mit dem zweideutigen Slogan «Schützen, was schützenswert ist» und einem Bild des Zuger Zytturms empfehlen die Befürworter des revidierten Denkmalschutzgesetzes ein ja bei der Abstimmung vom 24. November. Damit erwecken sie den Eindruck, dass Schützenswertes auch bei einer Annahme des neuen Gesetzes schützenswert bleibt. Dem ist aber nicht so, würden dadurch doch die Hürden für eine Unterschutzstellung wesentlich erhöht und Bauten, die jünger als 70 Jahre sind, könnten nur noch mit Zustimmung der Eigentümer unter Schutz gestellt werden. Ob die Eigentümer in der Regel genügend Kompetenz und Fachwissen haben, dies zu entscheiden, wage ich zu bezweifeln. Vermutlich steht bei vielen Eigentümern im Gegensatz zur kantonalen Denkmalpflege doch eher das Renditedenken als der sorgfältige Erhalt eines Gebäudes im Vordergrund.

Durch die Abschaffung der breit abgestützten und demokratisch legitimierten Denkmalkommission, in der neben Fachleuten auch Vertreter der Gemeinden und der Hauseigentümer sitzen, besteht zudem die Gefahr, dass in Zukunft unnötige und teure Rechtsfälle entstehen, weil das ausgewogene Urteil der Denkmalkommission fehlt. All die angeführten Änderungen haben meines Erachtens nur das Ziel, den Denkmalschutz im Kanton Zug massiv zu lockern, damit noch mehr erhaltenswerte Bauten als bisher abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden können. Das Argument der Befürworter, dass schützenswerte Objekte mit dem neuen Gesetz leichter an die heutigen Wohn- und Lebensformen sowie die aktuellen Baunormen angepasst werden können, tönt ebenfalls nicht sehr glaubwürdig. Meistens sind es ja gerade diese Kreise, welche sich z. B. gegen strengere energetische Normen wehren. Wenn sie einem aber nützen, beruft man sich gerne darauf, obwohl man anfänglich dagegen war. Da ich weiterhin für einen Denkmalschutz bin, der diesen Namen auch verdient und erhaltenswerte Objekte unabhängig vom Alter schützt, sage ich Nein zum neuen Denkmalschutzgesetz.

Alex Briner, Cham

Aktuelle Nachrichten