Leserbrief

Es reicht jetzt mit Corona-Mutmassungen

«Die Schweiz hätte die Kurve auch einfacher gekriegt», Ausgabe vom 16. Mai

Drucken
Teilen

Ich habe noch nie einen Leserbrief geschrieben. Ich werde auch nie wieder einen aufsetzen. Aber jetzt kann ich nicht anders. So aufgeregt habe ich mich noch nie über einen Zeitungsartikel!

Wir sind auf Empfehlung unseres Bundesrates seit über zwei Monaten im Corona-Stillstand. Der Bundesrat wiederum hat diesen Lockdown auf Empfehlung von Virologen und Epidemiologen und zig Experten verfügt – um die Bevölkerung und vor allem die armen Alten über 65 zu schützen. Wir haben uns brav an diese Empfehlungen gehalten. Wir blieben zu Hause. Kein Kontakt mit Freunden, Verwandten, Kindern, Enkeln (ich bin 74) – wir würden ja bei der geringsten Berührung umgehend tot in den Sarg fallen.

Wie sich jetzt abzeichnet, haben wir die Epidemie, vermutlich auch wegen dieser Massnahmen, relativ glimpflich überstanden. Die Fallzahlen sinken, die Restriktionen werden heruntergefahren, die Grenzen geöffnet. Wenn wir uns weiter an die Vorgaben des BAG halten – zu Hause bleiben, Abstand halten, Masken tragen – wird eine zweite wohl Welle ausbleiben und wir könnten in absehbarer Zeit zum Normalzustand übergehen.

Und nun dieser Artikel in der «Zuger Zeitung»: «Die Schweiz hätte die Kurve auch einfacher gekriegt.» Seid ihr sechsmal siebengescheiten Wissenschafter noch zu retten? Jetzt, wo wir noch vorsichtig sein sollen, so eine idiotische Studie veröffentlichen? An was soll die Bevölkerung noch glauben? Ist es wirklich notwendig, jetzt den Bundesrat mit seiner Notfallregelung in die Pfanne zu hauen? Und damit die Bevölkerung noch mehr zu verunsichern, als sie schon ist. Klar ist man in Nachhinein gescheiter. Aber wir sind noch nicht im Nachhinein, wenn man den Experten glauben darf. Aber was soll man schon glauben?

Das Einzige, was man weiss, ist, dass man nichts weiss! Also, ihr obergescheiten Wissenschafter, steckt euch eure sämtlichen Studien sonst wo hin. Und den Print- und Bildmedien sei empfohlen, nicht jeden Mist sofort in übergrossen Lettern oder Bildern auf die Titelseite oder auf den Bildschirm zu pflanzen.

Klar haben wir eine Unmenge Geld verloren. Das war vom Angang der Restriktionen absehbar. Aber das ist nun mal so, es ist nicht mehr rückgängig zu machen.

Da lobe ich mir den Artikel von Stefan Schmid ein paar Seiten hinter den Schlagseiten: «Jetzt übertreiben sie es im Bünzliland!» Der Mann hat so etwas von Recht. Auf in die gesunde Zukunft!

Hanspeter Kuster, Zug