Leserbrief

Es wäre auch anders möglich gewesen

Zur Strassensanierung an der Ratenstrasse in Oberägeri

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Für die Passagiere der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) fehlt die Sicherheit und sie werden zudem noch im Regen stehen gelassen. Vor zirka einem Monat wurde der Abschnitt Paulis–Lochwasser bis zur Haltestelle Brämenegg in Richtung Ratenpass saniert. Der Strassenrand, die Wasserabläufe und der Deckbelag wurden erneuert. Vor der Sanierung war jahrzehntelang talseits eine 50 Zentimeter hohe Leitschranke montiert. Das Tiefbauamt des Kantons Zug hat in Absprache mit der Zuger Polizei entschieden, keine Leitschranke mehr zu erstellen, offenbar wegen einer überregionalen Wildtier-Bewegungsachse.

Es ist eine Tatsache, dass die 50 Zentimeter hohe Leitschranke in der Vergangenheit kein Problem für die Wildtiere war, die grossen Tiere haben die Schranke übersprungen und die kleinen Tiere konnten untendurch. Offenbar gewichten das kantonale Bauamt und die Zuger Polizei ein allfälliges Tierwohl mehr als die Sicherheit für die Menschen. Keine drei Tage nach der Fertigstellung der sanierten Strasse fuhr ein Auto vom Ratenpass herkommend quer über die Strasse, talseits in den Wald runter. Das nenne ich eine «effiziente Sanierung»!

Bei der Bushaltestelle Brämenegg in Richtung Alosen war ein Holzunterstand vorhanden. Dieser war früher ein Magazin für den Strassenunterhalt und wurde offenbar aufgrund der Passagierfrequenzen bei der Sanierung der Strasse entfernt. Bei der Bushaltestelle Brämenegg in Richtung Ratenpass fehlt leider ebenfalls ein Unterstand. Diese Haltestelle ist direkt an der Strasse und eine grosse Gefahr für die Gäste der ZVB. Da die Gemeinde Oberägeri die Kosten für die Unterstände übernehmen müsste, wurde einfach entschieden, die Unterstände unter dem Vorwand von Frequenzzahlen nicht zu erstellen. Wenn die Gemeinde das Aegeribad mit dem Abschreiber stemmen kann, wären die zwei Unterstände doch ein Klacks für das Budget und könnten als «Lehrlingsarbeit» von den Zimmermännern oder Zimmerinnen der Ägeritaler Gemeinde erstellt werden.

Als Motto: «Im Ägerital fühlsch di wohl, aber im Schärme und mit Sicherheit.» Die Gemeinde Unterägeri ist da leider keinen Deut besser. Da werden die Gäste der Zugerland Verkehrsbetriebe bei der Unterägeri-Haltestelle in Richtung Oberägeri seit Jahren im Regen, Wind und Kälte ohne jeglichen Schutz stehen gelassen – und das bei einer hohen Personenfrequenz.

Hans-Rudolf Iten-Hartmann, Unterägeri