Es werde Licht für Waisenkinder

Am 23. November lädt die Stiftung «Licht für vergessene Kinder» zum Benefizkonzert. Die Besonderheit am Hilfswerk, welches seit nunmehr 16 Jahren existiert: 100 Prozent der Spenden kommen den Kindern zugut.

Vanessa Varisco
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Auch Schulbildung für die Waisenkindern ist ein Anliegen der Stiftung. (Bild: PD)

Auch Schulbildung für die Waisenkindern ist ein Anliegen der Stiftung. (Bild: PD)

Etwas für Kinder tun, deren Leben sich eher auf der Schattenseite abspielt – das hat sich die in Zug domizilierte Stiftung zum Ziel gesetzt. Daher hat sie Projekte in Uganda und Indien auf die Beine gestellt, mit welchen Waisenkinder unterstützt werden. Beispielsweise durch eine gesicherte Schulausbildung oder den Neubau von Unterkünften. «Wir möchten den Kindern ein sicheres und liebevolles Zuhause sowie eine gute Erziehung ermöglichen. Die Schul- wie auch die Berufsbildung liegen uns ebenfalls am Herzen», berichtet Stiftungspräsident Stefan Born. «Und dabei sind wir einige der wenigen Stiftungen, bei denen 100 Franken von 100 gespendeten Franken bei den Kindern ankommen», erklärt Born. Sämtliche Arbeit im Stiftungsrat werde ehrenamtlich erfüllt, ebenso wie die Spesen von den Stiftungsratsmitgliedern persönlich getragen werden.

In Indien sei das dringendste Anliegen die Finanzierung von Ausbildungen. «Wir haben in den kommenden drei Jahren viele Waisenkinder, die das zehnte Schuljahr absolvieren und danach eine Berufsausbildung machen möchten.» Für diese Kinder würden nun «Göttis» gesucht, die jene Ausbildung finanzieren. «Entweder können sie das ganz anonym tun. Oder ab dem 18. Geburtstag, wenn das die Kinder wollen, auch mit ihren ‹Göttikinder› in Kontakt treten», erzählt Born.

Projektsponsoren werden noch gesucht

Bei ihrem zweiten Projekt in Uganda sei zurzeit vor allem der Aufbau der Infrastruktur ein Thema. Da das alte Waisenhaus wegen zu hoher Kosten und einer unsicheren Umgebung nicht weiter ausgebaut werden sollte, suchte die Stiftung nach einem neuen Standort. Im März dieses Jahres wurde deshalb ein neues Kinderheim mit Schlafhäusern, Küche, gedecktem Gemeinschaftsplatz sowie Sport- und Spielplatz erstellt. Vorgeschrieben sei weiter eine Umzäunung. «Die Gesetze für den Betrieb eines Waisenhauses sind in den letzten Jahren immer strenger geworden», weiss der Gründer.

Da die Finanzreserven ausgebaut werden sollen, wurde dieses Projekt «Home of Joy» in Uganda durch Projektsponsoren finanziert. Knapp 40 000 der 60 000 benötigten Franken für den Neubau sind bereits zusammengekommen. Nun gilt es, noch den Rest der Finanzierung sicherzustellen.

Die lokale Bevölkerung solle ausserdem stets einbezogen werden in die Projekte. Das sei wichtig, denn wenn die Bevölkerung sehe, wie gut es den Kindern plötzlich erginge, und sie nicht davon profitiere, könne das zu Spannungen führen. «Deshalb möchten wir auch den Anwohnern etwas bieten; sie können etwa in Uganda die Wasserpumpe mitbenutzen, und weitere Hilfe für die Dorfbevölkerung ist geplant», schildert Born. Auch sei wichtig, dass stets jemand vor Ort sei. «Es reicht nicht, wenn wir aus der Schweiz ein, zwei Mal im Jahr hinfliegen», so Born.

In Uganda wohne seine Schwester ganz in der Nähe des Waisenhauses, in Indien ist ein ehemaliges Mitglied des Stiftungsrats sehr oft vor Ort. Auf Praktikanten im Ausland verzichtet die Stiftung weitgehend. «Die Schwierigkeit besteht dann darin, dass die Kinder eine zu enge Verbindung zu diesen Personen aufbauen, was zu unnötigem Trennungsschmerz führen kann. Ausserdem sind die kulturellen Differenzen meist herausfordernd», weiss Born.

Das grosse Ziel: langfristig Erfolg haben

So ist die aktuelle Lösung eine der bestmöglichen. «Wir möchten, dass unsere Projekte langfristig Früchte tragen. Die Unterstützung in der Anfangsphase ist daher entscheidend», wie der Präsident sagt. Obschon er die Stiftung an seinem 40. Geburtstag vor 16 Jahren ins Leben gerufen hat, ist Stefan Born noch lange nicht müde, die Stiftung zu führen. Mit viel Herzblut engagiert er sich dafür. «Ebenso wie der gesamte Stiftungsrat, welcher nächstes Jahr um zwei Personen wächst», fügt er an.

Benefizkonzert

Am Freitag, 23. November um 20.15 Uhr findet das Benefizkonzert der Stiftung im Theater Casino statt. Auftreten wird Eliane Müller. «Solche Konzerte sind immer wieder eine gute Gelegenheit, die Stiftung bekannter zu machen», erklärt der Präsident, Stefan Born. Es sei zwar eine Herausforderung, an Künstler heranzukommen, die auf einen Teil des Honorars verzichten, da diese meist nur eine gewisse Anzahl Benefizkonzerte pro Jahr gäben. Doch der Aufwand hätte sich bis anhin immer gelohnt. Der gesamte Erlös der Veranstaltung gehe an die Projekte. Die Konzert­tickets kosten 55 Franken und sind noch im Vorverkauf erhältlich. Mehr Informationen auf www.theatercasino.ch (vv)