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Boden des Eidgenössischen Schwingfests in Zug geht an Landwirte zurück

Über die Spuren des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests wächst teilweise schon wieder Gras.
Zoe Gwerder
Landwirt Philipp Freimann auf seinem Land, wo im Hintergrund die Arena stand. (Bilder: Zoe Gwerder, 4. Oktober 2019)

Landwirt Philipp Freimann auf seinem Land, wo im Hintergrund die Arena stand. (Bilder: Zoe Gwerder, 4. Oktober 2019)

Auf der riesigen Fläche, auf welcher vor sechs Wochen die Schwinger im Segemehl standen, ist wieder Ruhe eingekehrt. Wohl sind die Umrisse und Wege, die für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (Esaf) erstellt worden waren, noch immer zu sehen – braun zeichnen sie durch das Wiesland. An einigen Orten, wo Festzelte standen, ist gar schon wieder junges, noch hellgrünes Gras zu sehen. Nun ist das Land wieder an seine Pächter und Eigentümer übergeben worden. Auch Landwirt Philipp Freimann, der den höchsten Anteil an Land für das Schwingfest zur Verfügung stellte, konnte am Freitagmorgen seine Wiese wieder entgegennehmen. «Wir hatten Riesen-Glück, dass das Wetter am Esaf trocken war.»

Dies bestätigt auch Raymund Gmünder. Er ist Boden-Experte beim Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum, LBBZ Schluechthof. Gmünder hat den Esaf-Aufbau und Abbau als Experte begleitet. «Als es kurz vor dem Esaf regnete, dachte ich: Das gibt eine Katastrophe.» Doch die Böden konnten das Wasser gut aufnehmen. «Der trockene Sommer war hier sicher hilfreich.»

Experte stellt gutes Zeugnis aus

Gmünder zieht sechs Wochen nach dem Esaf eine positive Bilanz: «Der Boden ist grossmehrheitlich in gutem Zustand.» Insbesondere jenes Land, auf welchem der Campingplatz sowie die Parkplätze angesiedelt waren. Diese seien bereits wieder als Landwirtschaftsland nutzbar. «Dort waren einzig bei den Zufahrten die obersten rund zwei bis drei Zentimeter unter den Platten verdichtet. Darunter ist das natürliche Gefüge gut erhalten.»

Deutlichere Spuren hinterlässt das Schwingfest hingegen auf dem Gelände, auf dem die Arena stand. «Leider wurde teilweise neben den offiziellen Wegen, ohne Matten mit schweren Maschinen herumgefahren.» Dies habe Spuren hinterlassen: «Es gibt Bereiche, an welchen der Boden bis zu zehn Zentimeter tief verdichtet ist.» So sind auch jetzt noch Reifenspuren zu sehen. «Eigentlich hätte der Boden ohne jegliche Spuren übergeben werden sollen.» Die Bearbeitung der Fläche sollte gemäss dem Experten jedoch gut machbar sein. «Wie es derzeit aussieht, kann der Boden mit herkömmlichen landwirtschaftlichen Maschinen wiederhergestellt werden.»

Landwirt Freimann ist froh, dass nun langsam wieder Normalität einkehrt. «Ich hatte es schlimmer erwartet.» Er habe mehrmals beobachtet, wie mit schweren Maschinen immer wieder dieselbe Strecke gefahren wurde oder Reifen zu schmal waren. «Das ist natürlich Gift für den Boden.» Rückblickend würde er konkreter festhalten, was ein sorgfältiger Umgang mit dem Boden bedeutet. «Ich habe gemerkt, dass die Organisatoren diesbezüglich eine andere Ansicht hatten, als ich mit meinem Wissen als Landwirt.»

Nun hofft Freimann auf regenfreie Tage. «Sobald der Boden abgetrocknet ist, können wir ihn lockern und so bearbeiten, dass wir hoffentlich im Frühling erstmals wieder ansähen können.» Dazu ist er auf die Gunst der Stadt angewiesen. Denn diese will die Rohre, die in rund einem Meter Tiefe in den Boden verlegt wurden, wieder entfernt haben. Freimann ist überzeugt: «Wenn wir nochmals den ganzen Boden aufreissen, ist das ein viel grösserer Eingriff in die Natur, als wenn wir die Rohre im Boden belassen.»

Bäume schnellstmöglich ersetzen

Dass die Stadt die Rohre aus dem Boden haben will, bestätigt Esaf-OK-Präsident Heinz Tännler. «Wir werden diesbezüglich nun mit den Verantwortlichen der Stadt zusammensitzen.» Sollte diese an ihrem Entscheid festhalten, ist für Tännler klar: «Dann halten wir uns an die Vereinbarung und nehmen die Rohre raus.»

Bis aber auf der Wiese hinter dem Hertiquartier vom Esaf gar nichts mehr zu sehen ist, könnte es noch dauern – auch wenn die Rohre im Boden bleiben. Obwohl Freimann die gefällten Bäume so schnell wie möglich ersetzen will, wartet er vorderhand zu. «Im noch nassen Boden besteht die Gefahr, dass die Bäume ertrinken.» Wenn die neuen Bäume gepflanzt sind, wird es jedoch noch Jahre dauern, bis sie wieder eine ähnliche Grösse erreichen wie ihr Vorgänger.

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