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Nach Vorfall in Polen: Wie sicher sind die hiesigen Adventure Rooms?

Nach dem verheerenden Brand in einem Escape Room in Polen, der fünf Mädchen das Leben kostete, haben auch die Spielbetreiber in Zug und Baar ihre Lokale überprüft. Weitere Massnahmen sind aber nicht geplant.
Laura Sibold
Blick in einen Rätselraum im Baarer Adventure Room. (Bild: Stefan Kaiser (26. April 2018))

Blick in einen Rätselraum im Baarer Adventure Room. (Bild: Stefan Kaiser (26. April 2018))

Sie sind Kulisse für knifflige Rätsel in verschiedenen Räumen, die in einer Stunde gelöst werden müssen: Die sogenannten Adventure oder Escape Rooms erfreuen sich in ganz Europa immer grösserer Beliebtheit, sei es bei Familien, Freundesgruppen oder gar bei Firmenausflügen. Für fünf Mädchen wurde ein solches Rätselspiel im polnischen Koszalin jedoch zur Todesfalle.

Die Teenagerinnen buchten am Freitag, 4. Januar, einen Escape Room, als ein Feuer ausbrach und ihnen die Fluchtwege abschnitt. Ein 25-jähriger Mann wurde mit schweren Verbrennungen ins Spital eingeliefert. Laut ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft war in einem Vorraum Gas aus einem Behälter entwichen und hatte sich entzündet. Bekannt wurde ausserdem, dass Betreiber solcher Angebote in Polen bisher keine besonderen feuerpolizeilichen Genehmigungen einholen mussten.

Die Eingangstür steht stets offen

Adventure oder Escape Rooms, bei welchen sich eine Gruppe in einen Raum einschliessen lässt und dann innerhalb einer Stunde den Ausgang finden muss, gibt es auch im Kanton Zug. Seit Dezember 2017 wird an der Baarerstrasse 38 in Zug Inside Breakout angeboten, mittlerweile in zwei Spielen. Nach dem Vorfall im Norden Polens hat man sich in Zug nochmals zusammengesetzt und die Sicherheit evaluiert. «Wir merken, dass das Thema bewegt. Es gab am Wochenende auch einige Spieler, die sich bei uns bezüglich Massnahmen erkundigten», sagt Zohaib Burney, Geschäftsführer von Inside Breakout.

Bereits beim Aufbau der Räume seien alle nötigen Sicherheitsmassnahmen getroffen worden. Die Tür des Startraums steht immer offen, sodass die Spieler im Notfall selber wieder herauskommen. Ein Spielbegleiter überwacht die Gruppe während der ganzen Stunde mittels Video- und Tonübertragung. «Bei der Sicherheit machen wir keine Kompromisse. Pro Raum gibt es mindestens zwei Kameras, damit auch sicher alle Winkel zu sehen sind», bekräftigt Burney. Zudem sei jedes Zimmer mit einem Rauchmelder ausgestattet und werde regelmässigen Wartungen unterzogen.

Auch die zwei Adventure Rooms an der Langgasse 3 in Baar, die es seit Frühling 2018 gibt, erfüllen umfangreiche Auflagen zur Sicherheit. Jeder Raum ist durch die Feuerpolizei freigegeben worden, Rauchmelder sind installiert und auch in Baar werden die Gruppen durch einen Mitarbeiter via Video beaufsichtigt. «Das Konzept sieht einen signalisierten Fluchtweg durch die Eingangstür vor, welche immer offensteht», erklärt Gabriel Palacios, Gründer der 38 Schweizer Adventure Rooms, der auch die Spiele in Baar entwickelt hat.

Grosse Vorfälle gab es im Kanton Zug bisher nicht

Im Notfall könne ein Mitarbeiter zu Hilfe eilen und eine zusätzliche Tür öffnen. «Niemand ist in einem Escape Game in der Schweiz wirklich eingeschlossen», bekräftigt Palacios. Auch wenn beide Anbieter solcher Rätselspiele im Kanton Zug ihr Sicherheitskonzept überprüft haben: Sofortmassnahmen werden in den Escape Games aufgrund des Vorfalls im polnischen Koszalin nicht ergriffen. Er glaube nicht, dass ein ähnlicher Brandfall auch irgendwo in der Schweiz vorkommen könnte, beschwichtigt Gabriel Palacios und verweist dabei auf die strengen schweizerischen Brandschutzbestimmungen.

Man werde die Ermittlungen zum Unglück in Polen mitverfolgen und wenn nötig Massnahmen einleiten. Glücklicherweise haben sich die Notfälle in den Escape Rooms in Zug und Baar bisher auf Spielabbrüche wegen Unwohlsein eines Teilnehmers beschränkt.

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