Etwas Farbe bitte!

Von eintönigen Fahrzeugen und der Schwierigkeit, dies zu ändern.

Zoe Gwerder 
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Redaktorin Zoe Gwerder

Redaktorin Zoe Gwerder

Wie langweilig und trist sehen doch unsere Strassen aus. Asphalt und Beton sind meistens grau bis schwarz. Doch müssen es auch die Autos sein? In allen Varianten von Weiss über Grau bis Silber und Schwarz sausen sie durch die Strassen und stehen vor den Lichtsignalen in der Kolonne. Wenige einfache Grundfarben wie Blau, Rot oder Gelb stechen aus der tristen Masse heraus. Immerhin das lange vorherrschende Silber etwas seltener geworden und hat weissen Karossen Platz gemacht.

Doch wäre es nicht viel freundlicher und farbiger, würden öfter farbige Autos gekauft? Rosa, Hellgrün, Knalltürkis, Lavendelviolett? Gerne hätte ich mit meiner Familie zu farbigeren Strassen beigetragen. So sassen wir vor den Autoprospekten. Doch die Vorfreude auf die Auswahl der Farbe wurde jäh beendet, als wir zur entsprechenden Seite blätterten. Da wird dem Schweizer Kunden gerade mal eine einzige leicht ausgefallene Farbe angeboten. Quasi ein «friss oder stirb» für jeden Farbfanatiker. Gefällt diese nicht, bleiben keine weiteren Optionen – zumindest für das gewünschte Fahrzeug.

So habe ich es aufgegeben, Farbe in den tristen Autostrom zu bringen – zumindest teilweise. Denn ich habe mich jetzt auf die zweirädrigen Untersätze konzentriert. Anstelle meines blau-pink-minten Bikes sowie meines schönen altrosa Damenvelos soll ein einziger Drahtesel her. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass die Farbpalette bei Velos oft um ein vielfaches grösser ist – und man die Wahl zwischen Glanz und Matt hat.

Mein Entscheid: ein Sonnenblumengelbes, mattes Zweirad. Eine Farbwahl, mit der ich hoffe, meinen Untersatz auch am Bahnhof aus der Menge stechen zu sehen und wenigstens etwas zu einem farbigeren Strassenraum beizutragen.