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EUROVISION: Ein Musiker tanzt auf vielen Hochzeiten

Tommy King möchte die Schweiz am Song Contest vertreten. Er ist Sänger aus Leidenschaft – aber nicht nur das.
Thomas Meyenberg will die Schweiz in Stockholm vertreten. (Bild Werner Schelbert)

Thomas Meyenberg will die Schweiz in Stockholm vertreten. (Bild Werner Schelbert)

Ganz Showman begrüsst uns Thomas Meyenberg alias Tommy King: «Ich bin der Sänger dieses Songs, die Teilnahme aber war nicht meine Idee.» Ein Produzent, der eine Stimme suchte, die wie Elvis klingt, sei auf ihn zugekommen. Ende September habe man sich zum ersten Mal getroffen, und nun ist die Rock-’n’-Roll-Nummer «Daddy’s Sugar Girl» professionell aufgenommen und wird durch einen Frauenchor, bestehend aus Nikki und Ronja Borer (Bo Katzmans Tochter), untermalt. «Der Song gefällt mir richtig gut», so Meyenberg. Hoffentlich auch, denn damit hat sich das Team für die Schweizer Vertretung am Eurovision Song Contest (ESC) in Schweden, der im Mai stattfinden wird, beworben. Der Baarer weiss schon genau, wie der Auftritt in Stockholm aussehen könnte: «Ich werde natürlich etwas Glitzer tragen, die beiden Frauen werden nicht allzu konservativ angezogen sein.» Vorstellen kann er sich, dass zusätzlich noch zwei Tänzer auftreten – wenn es denn je so weit kommt: Denn noch hat Tommy King 175 Konkurrenten, die um ebendiesen Platz in Stockholm kämpfen.

Angefangen hat alles in Unterägeri

Allerdings kann der Sänger auf einen grossen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Auf der Bühne sei er schon immer gestanden, sagt er. Bereits als Siebenjähriger hatte er Auftritte und sang schon damals Songs von Elvis. Mit elf Jahren trat er vor 1200 Zuschauern im Tenniscenter in Unterägeri auf. Zehn Jahre später nahm er an der ersten Schweizer Meisterschaft im Karaoke-Singen teil. «Ich bin aus über 600 Teilnehmern unter die letzten 19 gekommen. Darauf bin ich heute noch stolz.» Elvis Presley hat ihn dabei immer begleitet. Dass er das Singen zum Beruf machen kann, daran hat Meyenberg weder gedacht noch geglaubt. Schliesslich ist es wohl seiner Ungezwungenheit zu verdanken, dass er heute schweizweit der bekannteste Elvis-Interpret ist. Dieses Wort hört er allerdings nicht gerne: «Ich sehe mich als Elvis Tribute Artist und nicht als Kopie.»

Neben seinen Elvis-Shows ist Thomas Meyenberg auch als Zauberkünstler gefragt. In dieser Branche ist er als «Rasmus» unterwegs. «Lange war ich berufsbegleitend als Künstler unterwegs», sagt er. 2010 entschloss er sich schliesslich, alles auf eine Karte zu setzen: «Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.» Es scheint, Meyenberg gehört nicht zu der Sorte Leute, die ihr Leben lange vorausplanen und sich gerne absichern. Er wagt Dinge, bei denen andere nur den Kopf schütteln. Geht es aber um die Arbeit, dann ist er Perfektionist durch und durch. Den Feinschliff für das Video zu seinem ESC-Beitrag beispielsweise hat er höchstpersönlich gemacht: «Ich war mit der ersten Fassung gar nicht zufrieden und habe mich dann selber noch darum gekümmert.» Wobei er noch immer nicht 100-prozentig vom Video überzeugt sei.

Das Volk hat das Sagen

Wie gut Video und Song ankommen, wird sich zeigen: Bis am 16. November kann die Bevölkerung für die Kandidaten des Song Contest abstimmen (siehe Hinweis). Die zehn besten Interpreten der Internetplattform sowie sechs welsche und drei Tessiner Kandidaten können anschliessend ihren Song einer Expertenrunde präsentieren. Dabei werden die Livekompetenz, die gesangliche Qualität sowie die Bühnenpräsenz bewertet. Sechs Lieder werden nach dieser Runde am 13. Februar in einer Live-Show am Schweizer Fernsehen zu sehen sein. Das Fernsehpublikum und eine Expertenjury bestimmen zu je 50 Prozent, wer die Schweiz am ESC in Stockholm vertreten soll.

In diese Live-Show zu gelangen, ist das eigentliche Hauptziel. «Das wäre echt genial», meint Meyenberg. Die Konkurrenz sei sehr stark – und kommt sogar aus dem eigenen Kanton: Denn neben Meyenberg hat sich auch die Zugerin Marcellina mit dem Lied: «Perfume of Love» beworben. Tommy King macht sich denn auch keine Illusionen: «Mit 45 bin ich nicht mehr so ein Träumer, sondern eher Realist.»

Carmen Desax

Hinweis

Hier können Sie abstimmen: esc.srf.ch. Mehr Infos zu Tommy King/Rasmus: www.elvisshow.ch, www.zauberer-rasmus.ch

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