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Schicht um Schicht entsteht die grösste Zuger Eisfläche

Das Eis in der Bossard-Arena wächst bereits – auch wenn das Schwingfest die Eismeister vor Herausforderungen stellt.
Laura Sibold
Hereinspaziert in die Bossard-Arena: Ab nächster Woche ist das Eis für die EVZ-Spieler bereit. Dafür sorgt auch Eismeister Erwin Fassbind. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 17. Juli 2019)

Hereinspaziert in die Bossard-Arena: Ab nächster Woche ist das Eis für die EVZ-Spieler bereit. Dafür sorgt auch Eismeister Erwin Fassbind. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 17. Juli 2019)

Wer zurzeit an Eis denkt, sieht vor dem inneren Auge wohl ein fruchtiges Sorbet oder Eiswürfel im Glas. Doch schon in einer Woche haben die EVZ-Spieler wieder Eis unter den Kufen. In der Bossard-Arena sind die Eismeister nämlich seit neun Tagen mit der Aufbereitung des Spielfelds beschäftigt. Bisher wurde das Eis jeweils auf Ende Juli oder Anfang August bereitgemacht – an sich schon früh. Dieses Jahr kann der EVZ das Spielfeld bereits ab dem 24. Juli nutzen. Ein Monat vor dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) – besteht da ein Zusammenhang?

Eismeister Erwin Fassbind muss bei dieser Frage lachen. «Nicht alles hat mit dem Esaf zu tun. Wir starten die Eisaufbereitung abhängig vom Saisonstart, der dieses Jahr eine Woche früher ist», sagt er und betritt die im Moment noch dünne Eisdecke in der Zuger Bossard-Arena.

Am 29. Juli beginnt das offizielle EVZ-Training

Rund einen halben Zentimeter dick ist das Eis auf dem 1800 Quadratmeter grossen Spielfeld bereits. Heute verlegen Fassbind und sechs Mitarbeiter der Züko AG die Werbebanner. In jeweils fünf Folienbahnen werden die Bullykreise sowie die eckigen Werbeträger auf das Eis gelegt. Ein Mitarbeiter benetzt daraufhin die Folie mit Wasser, während zwei weitere mit Gummirechen die Folie glatt streichen und so Luftblattern beseitigen. «Wir nennen diesen Vorgang ‹Einbräuseln›. Immer wieder spritzen wir wenig Wasser auf die Werbefolien. Sobald dieses gefroren ist, wiederholen wir den Vorgang», erklärt Erwin Fassbind.

Am 17. Juli wurden in der Bossard-Arena die Werbebanner verlegt. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 17. Juli 2019)

Am 17. Juli wurden in der Bossard-Arena die Werbebanner verlegt. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 17. Juli 2019)

Nach dem Vorgang der Eisaufbereitung gefragt, kommt der 62-Jährige ins Schwärmen. Seit 20 Jahren ist er als Eismeister in Zug tätig. «Eis machen ist eine präzise Wissenschaft. Das Eis muss stets eine Temperatur von minus 6 bis minus 8 Grad haben, dann sind die Gefrierbedingungen optimal.» Ist es kälter, gefriert das Eis zwar schneller, wird aber auch poröser und ist mit mehr Staub durchzogen. Schicht um Schicht werden die Eismeister in den nächsten Tagen mit dem Schlauch Wasser auftragen. Erwin Fassbind erklärt:

«Das Wasser muss langsam gefrieren, damit der Staub der Umgebung nach oben wandern kann. Wenn wir am Schluss die letzte Schicht wieder abtragen, ist der Schnee richtig grau vor Dreck.»

In einer Woche wird die Eisdecke 3 bis 4 Zentimeter dick sein, so wie es sein muss. Jeden Mittwoch führen die Eismeister dann eine Messung der Eisdecke durch – an 40 Punkten im Stadion von Hand mit Lochbohrer und Schieblehre. Kritik, dass man das Eis bereits im Hochsommer bereitmache, wo draussen doch noch Temperaturen von 30 Grad herrschen, nimmt Erwin Fassbind gelassen. «Wir erfüllen nur unseren Auftrag. Zudem gehen die Leute ja auch im Winter ins geheizte Hallenbad, ohne das zu hinterfragen.» Sowohl für die Kühlung als auch für das Eis in der Arena werde zudem Wasser aus dem Zugersee verwendet.

Sieht ein bisschen aus wie Curling: die Werbebanner werden mit Gummirechen glattgestrichen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 17. Juli 2019)

Sieht ein bisschen aus wie Curling: die Werbebanner werden mit Gummirechen glattgestrichen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 17. Juli 2019)

Die Aufbereitung des Eises in der Academy-Arena und in der Curlinghalle folgt erst nach August, da beide noch fürs Esaf genutzt werden. In der Bossard-Arena ist der VIP-Bereich des Schwingfests vorgesehen – trotz Eis. Wie bei anderen Anlässen wird ein Plattenboden auf das Spielfeld gelegt. Das mache dem Eis nichts, versichert Fassbind. «Ein Problem wäre höchstens Alkohol, der durch den Plattenboden auf das Eis tröpfelt und sogenannte Eisrosen bildet. Dann müssten wir das Eis wieder schichtweise ab- und neu auftragen.» Eine grössere Herausforderung, die dem Schwingfest geschuldet ist, sieht der Eismeister in den sechs Notausgangstreppen, die im Stadion installiert werden müssen. Das sei aufwendig und brauche Zeit. Für das Esaf werden die Eismeister wohl zwei zusätzliche Nachtschichten einlegen müssen. Denn bereits vier Tage nach dem Schwingfest muss das Eis in der Bossard-Arena wieder hockeyreif sein: Dann findet das erste Spiel der Champions Hockey League statt – eine Herausforderung, die Erwin Fassbind und sein Team gerne annehmen. Noch braucht das Eis aber viel Zuwendung, bis der EVZ am 29. Juli zum ersten offiziellen Training der Saison starten kann.

Auch für die Eishockey-WM wird Werbung gemacht. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 17. Juli 2019)

Auch für die Eishockey-WM wird Werbung gemacht. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 17. Juli 2019)

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