An der EVZ-GV stand statt den Zahlen das Schutzkonzept im Fokus

Bei der Generalversammlung der EVZ Holding standen für einmal nicht die Zahlen im Vordergrund. Die Organisation arbeitet fieberhaft an einem Konzept, das es möglich macht, die Bossard-Arena so herzurichten, dass alle coronabedingten Vorgaben der Politik erfüllt werden.

Marco Morosoli
Merken
Drucken
Teilen

Der 10. September müsste für den EV Zug eigentlich ein Freudentag sein. Auf das Datum genau vor zehn Jahren holten die Zentralschweizer gleich beim Meisterschaftsauftakt in der neu bezogenen Bossard-Arena ihren ersten Sieg. Gegner war damals der amtierende Meister Bern, welchen die Zuger mit 4:1 vom Eis fegten. Positive Ereignisse wie diese können derzeit jedoch höchstens Schrittmacher für die nächsten EVZ-Missionen im Coronamodus sein.

Saisonabbruch als «surreal» bezeichnet

Das Gleiche gilt für die Generalversammlung der EVZ-Holding, welche am vergangenen Montag im Legends Club – coronaviruskonform und vorherigem Fiebermessen – stattfand. Die Zahlen interessierten unter diesen äusseren Umständen nur mehr am Rande. Es hätte das beste Jahresergebnis sein können, doch dann sei das Coronavirus gekommen und mit ihm die «totale Katastrophe», sagte EVZ-CEO Patrick Lengwiler und fügte an, dass die EVZ-Organisation in den ersten zehn Monaten einen sehr guten Job gemacht habe. Den Abbruch nach der Qualifikation 2019/2020 bezeichnete Lengwiler als «surreal». Dies auch, weil die drei Säulen für das solide EVZ-Dach – die Spitzensportler, die Gastronomie sowie Events – allesamt wegbrachen. Lengwiler schreibt dazu im Geschäftsbericht: «Das Coronavirus hat uns im Geschäftsjahr 2019/2020 stark gefordert und wird uns im kommenden Geschäftsjahr noch mehr fordern.» Ziel sei es, «den EVZ möglichst auf gesunden Beinen zu halten und die Zeit nach Corona zu planen».

Dabei geht oftmals vergessen, dass der EVZ eine Nachwuchsabteilung bewirtschaftet, die gut aufgestellt und erfolgreich unterwegs ist. So haben zum Beispiel die Elit-U20 des EVZ die ersten zwei Meisterschaftsspiele gewonnen. Zur EVZ-Organisation gehört aber auch der Breitensport. Die Resultate all dieser Mannschaften sind wichtig. Alles in allem beläuft sich das Umsatztotal des EVZ auf 32 Millionen Franken. Die EVZ-Gruppe zählt mittlerweile 120 Mitarbeiter und 200 Teilzeitmitarbeiter. Im Nachwuchsbereich sind zudem noch 250 Funktionäre mit Herzblut dabei, den jungen Kräften das Umfeld zu garantieren, um sich erfolgreich weiterentwickeln zu können. Das grosse Ziel für alle jungen Spieler: das Academy-Team (Swiss League), das als Sprungbrett für die National League dienen soll.

Das Wichtige kam zum Schluss

Die statutarischen Geschäfte waren bald einmal abgearbeitet. Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Strebel und seine Kollegen wurden mit Applaus in ihrem Amt bestätigt. Auch die Wahl von Matthias Strebel, einem Sohn von Hans-Peter Strebel, verlief wie am Schnürchen.

Das Wichtige kam dann für einmal am Schluss. Ein Aktionär wollte wissen, wie der EVZ vorgehen wolle, um die dem Klub zugebilligte Zahl von 3800 Zuschauern unter den gegebenen Bedingungen in die Bossard-Halle zu bringen. Der EVZ-CEO Patrick Lengwiler antwortete: «Wir tun alles, um den Schaden im Rahmen zu halten.»

Mögliche Szenarien

Er präsentierte dabei mögliche Szenarien. Eines davon teilt die Sitzplatzkarteninhaber in zwei Gruppen auf. Diese könnten abwechselnd eine Partie live miterleben. Lengwiler skizzierte aber auch den Ansatz, mehrere Personen, die zum Beispiel mit Freunden ans Spiel gehen, als eine Einheit zu behandeln. Lengwiler legte auch Wert auf die Feststellung, dass es keineswegs geplant sei, die Stehplatzfans auszuschliessen. Vielmehr schwebe ihm bei diesen Supportern die Einteilung in Gruppen vor. Allfällige Guthaben könnten zudem erst am Ende der Saison rückvergütet werden. Der EVZ-CEO macht sich aber keine Illusionen:

«Wir können keine Lösung finden, welche allen passt.»

Eine begeisternde Saison der ersten Mannschaft vermag die EVZ-Fans sicher zu besänftigen. Vielleicht würde dann der eine oder andere Supporter auf eine Rückerstattung verzichten, was sich wiederum positiv auf die nächste Rechnung auswirken würde.