Leserbrief
EVZ-Diskussion lässt Wogen hochgehen

«Biermayr gegen Ziegler: Braucht es den EVZ?», Ausgabe vom 13.August

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Ich bin kein Leserbriefschreiber. Wenn ich mich also zum ersten Mal entschiede, zur Feder zu greifen, muss das für mich gewichtige Gründe haben.

Was für ein Affront und wie viel Arroganz spricht aus dem Kommentar von Harry Ziegler, Chefredaktor der Zuger Zeitung, wenn er dem EVZ keine besondere Bedeutung für unsere Region zumisst. Ich erwarte nicht, dass alle Leute sich für Sport oder Hockey im Besonderen begeistern. Auch muss Herr Ziegler als Privatperson nicht mit dem EVZ sympathisieren, das ist wirklich sein privates Ding.

Dass er als Chefredaktor aber weder seine Kundschaft noch seine Leser und vor allem auch seine Zeitung zu kennen scheint, ist schockierend. In meiner Unternehmung würde Herr Ziegler keine führende Position besetzen, mit dieser Einstellung.

Im Zeitalter der Digitalisierung sind Artikel, welche Politik, Wirtschaft oder Berichte mit internationalem und nationalem Charakter zum Thema haben, jederzeit auf dem Netz verfügbar und es ist uns allen ein Leichtes, uns aktuell zu informieren. Die meisten Zeitungen bedienen sich aus denselben Medien-­Datenbanken. Als Abonnent der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) habe ich die guten Beiträge der Zuger Zeitung ohnehin online verfügbar. Die einzige Differenz und den einzigen Mehrwert, welchen eine Zuger Zeitung seinen Lesern bieten kann und damit die einzige Daseinsberechtigung, welche das Blatt im digitalen Zeitalter noch hat, sind die regionalen Berichte sowie die Sportberichte und Hintergrundkommentare zu den führenden und kleineren Sportvereinen der Region. Dies interessiert die Bevölkerung und damit spreche ich nicht nur von den Fans, die ins Stadion pilgern, sondern über weite Teile der Zuger Bevölkerung. Der EVZ ist das ganze Jahr und vor allem während der Saison zu Hause, im Geschäft und in der Beiz eines der dominanten Themen in und um Zug.

Auch scheint Herr Ziegler sich nicht bewusst sein, wie viel ein Verein wie der EVZ für die Jugend und damit auch für deren Familien bedeutet. Einerseits als Organisator und Hort zur Ausübung eines sinnvollen Hobbys, andererseits dienen die Spieler als Vorbilder und Idole. Das ist gar nicht so schlecht, wenn Jugendliche einen Sportler als Vorbild haben, wie zum Beispiel Captain Raphael Diaz, EVZ Captain der bisher in seiner Karriere nur dem EVZ und in NHL-Clubs gedient hat oder ein Fabian Schnyder, der nun seine Karriere beendet nach 17 Jahren EVZ. Themen wie Treue, Loyalität, Spitzensport, Beruf-Hobby sind dann Themen, über welche man lesen, diskutieren und nachdenken kann.

In diesem Sinne, sehr geehrter Herr Ziegler, bitte etwas mehr Sensibilität und Respekt einer solch wichtigen Organisation wie dem EVZ, aber auch allen anderen Sportvereinen der Region gegenüber.

Michael Fischer, Donatoren-Club-Präsident, Oberwil bei Zug