EVZ-JUBILÄUM: Ein Spiel und viele berührende Momente

Das Nostalgiespiel mit EVZ-Akteuren aus fünf Jahrzehnten ist ein letzter Höhepunkt der 50-Jahr-Feier der Zentralschweizer in und um die Bossard-Arena. Die Partie hat einen hohen Unterhaltungswert und zeigt, dass es eine EVZ-Familie gibt.

Marco Morosoli
Drucken
Teilen
Daniel Meier versucht, mit der Scheibe an Wesley Walz vorbeizukommen. (Bild: Jakob Ineichen (3. September 2017))

Daniel Meier versucht, mit der Scheibe an Wesley Walz vorbeizukommen. (Bild: Jakob Ineichen (3. September 2017))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Das dreitägige Fest zum 50-Jahr-Jubiläum des Eissportvereins Zug ist Geschichte und wird denjenigen, die dabei gewesen sind, in allerbester Erinnerung bleiben. Zum Nostalgiespiel zwischen Spielern, die in den vergangenen fünf Jahrzehnten beim EVZ für gute Unterhaltung und viel Spannung gesorgt haben, sind am Sonntagnachmittag 6750 Zuschauer in die Bossard-Arena geströmt. Und das bei Sonnenschein. Das Resultat lautet nach 40 Spielminuten 7:7 (3:3). Auch hier ein versöhnlicher Abschluss einer Partie, die bei vielen Zuschauern alte Zeiten ihres Lieblingsvereins wieder in Erinnerung gerufen hat. Der EVZ-CEO Patrick Lengwiler sagt am Schluss des Spiels: «Ihr seid die EVZ-Familie und ein tolles Publikum – und der EVZ ist ein grossartiger Klub.»

Schon bei der Vorstellung der Spieler steht das Publikum grösstenteils und klatscht bei jeder Namensnennung laut Beifall. Als die beiden Schiedsrichter Dany Kurmann und Andreas Fischer angekündigt werden, bleibt das bei solchen Ankündigungen während der Meisterschaft oft gehörte Pfeifkonzert aus. Natürlich tun sich die Akteure auf dem Eis nicht weh. Bei einigen spürt der Eishockey-kundige Zuschauer auch schnell, dass der betreffende Spieler schon länger nicht mehr mit Stock und Schlittschuhen auf dem Eis gestanden ist. Nachsicht ist ihnen allen gewiss. Der schussgewaltige Tom Fergus spricht von der guten Stimmung, die er bei seinem ersten Besuch der Stadt Zug seit seinem Abschied aus Zug im Jahre 1995 erlebt habe. Goalie Rolf Simmen sagt stellvertretend für viele andere Spieler: «Es hat grossen Spass gemacht.» Der jetzige Assistenzcoach von Adler Mannheim, Colin Muller, findet: «Es ist immer toll, mit den Jungs zusammen zu sein.» Ken Yaremchuk erwähnt, dass es eine Ehre sei, in der Bossard-Arena das Leibchen des EV Zug noch einmal überstreifen zu dürfen.

Für den ehemaligen EVZ-TK-Chef Willy Köppel sind all diese Äusserungen ein Zeichen dafür, dass der EVZ schon früher eine positive Ausstrahlung gehabt hat. Köppel sagt: «Wir hatten eine schöne, spannende und mit dem einen oder anderen auch eine belastende Zeit. Dass sie wieder zurückgekommen sind, zeigt ihre Verbundenheit mit dem Klub.»

Stefan Groggs temporäre Rückkehr

Der berührendste Moment beim Nostalgiespiel ist sicher, als der Stadionspeaker Tomy Jeker in einer Spielpause erwähnt, dass auch Stefan Grogg von ennet dem Atlantik in die Bossard-Arena gekommen ist. Grogg, der im EVZ-Meisterteam von 1998 gestanden ist, leidet an der derzeit noch unheilbaren Nervenkrankheit ALS. Trotz dieses Schicksalsschlages ist Grogg positiv geblieben, was sich in seinen Eishockeykolumnen immer wieder zeigt.

Auch der EVZ-Meistertrainer von 1998, Sean Simpson, ist noch am Samstagabend nach einem Spiel seines Klubs Adler Mannheim in die Zentralschweiz gefahren und sagt: «Es ist fantastisch, was ich hier erleben darf.» Der Kanadier hat denn auch seine Zelte im Kanton Zug – wie auch Colin Muller – nicht endgültig abgebrochen. Zug ist seine zweite Heimat. Bei der Verteilung der Spieler auf die Teams Blau und Rot sind die beiden Verantwortlichen Fredy Egli und Renato Eugster nach einem einfachen Schema vorgegangen. Der Erste in der Nostalgie-Spielerliste hat das blaue Dress bekommen, der Zweite ein weisses. In dieser Art ist es dann weitergegangen. Wie das Resultat zeigt, haben die beiden ehemaligen Funktionäre Goldhändchen gehabt.

Unvergesslich wird nicht nur das gestrige Spiel bleiben. Auch das Fest drumherum, vom Verein Wake Up vorbildlich organisiert, zeigt einmal mehr, was auf dem Arena-Platz möglich ist.