EVZ muss Sicherheitskosten selbst tragen

Der Zuger Kantonsrat bleibt bei seinem Entscheid: Der Eissport Verein Zug (EVZ) muss einen Grossteil der Sicherheitskosten ausserhalb des Stadions selber berappen. Keine Chance hatte der Antrag einer Parlamentarierin, die für den EVZ eine Ausnahmeregelung erwirken wollte.

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Die Zuger Polizei begleitet ZSC-Fans vom Bahnhof zur Bosshard Arena. (Bild: Stefan Kaiser/Neue LZ)

Die Zuger Polizei begleitet ZSC-Fans vom Bahnhof zur Bosshard Arena. (Bild: Stefan Kaiser/Neue LZ)

Der EVZ soll bezüglich Polizeikosten nicht anders behandelt werden als andere Veranstalter. Das hat der Kantonsrat in seiner heutigen Sitzung mit einer klaren Mehrheit von 44 zu 22 Stimmen entschieden.

Der Kantonsrat hatte anfangs Juli in erster Lesung beschlossen, dass Veranstalter neu 60 Prozent der Sicherheitskosten selbst bezahlen müssen. Der Entscheid fiel im Rahmen der Änderung des Polizei-Organisationsgesetz. Das betrifft auch die Polizeikosten des EVZ ausserhalb des Stadions. Für die Sicherheit im Stadion kommt der EVZ bereits auf.

FDP verlangte Pauschalrechnung

FDP-Kantonsrätin Alice Landtwing war damit nicht glücklich. Sie stellte für die zweite Lesung vom Donnerstag den Antrag, dem EVZ pauschal 70 000 Franken für polizeilichen Leistungen ausserhalb des Stadions zu verrechnen.

Der EVZ zahle mit der 60 Prozent-Lösung massiv mehr für die Sicherheit als andere Schweizer Eishockey-Spitzenvereine, begründete Landtwing ihren Antrag. Ausserdem müsse der EVZ bereits die Kosten für die Fantransporte per Bus in die Gemeinden zahlen. Diese kosten 80 000 Franken pro Jahr.

Regierungsrat gegen Vorlage

Der Antrag sorgte für eine hitzige Debatte, fand aber bei den meisten Fraktionen keinen Anklang. Es solle gleiches Recht für alle Veranstalter gelten und keine Ausnahme für den EVZ geben, sagte die Alternative-die Grünen-Fraktion.

Die SVP befürchtete, dass bei einer Pauschale kein Anreiz bestehe, die Kosten tief zu halten. Dieser Meinung war auch der Regierungsrat, auch er sprach sich für den Entscheid der ersten Lesung aus.

Einzig die FDP hielt ihrem Mitglied die Stange: Vergleichbare Veranstaltungen wie ein EVZ-Spiel gebe es im Kanton Zug nicht, deshalb mache eine Ausnahmeregelung Sinn.

Neuen Landschreiber bestimmt

In der heutigen Sitzung wurde ausserdem der langjährige Landschreiber Tino Jorio (61) verabschiedet - mit stehendem Applaus. Er begleitete 12 Jahre lang Regierungs- und Kantonsrat und geht vorzeitig in Pension.

Jorios Nachfolger heisst Tobias Moser (41). Moser war zuvor anderhalb Jahre bei Galenica AG in Bern tätig. Vorher war er fünf Jahre lang Generalsekretär der Finanzdirektion des Kantons Zug.

sda/ks