Exklusiv bei uns zu sehen: Besondere Stücke einer riesigen Autogrammsammlung

Der Roktreuzer Vinzenz Brändle ist im Besitz von rund 250 000 Unterschriften. An einer Ausstellung wollte er eine Auswahl davon präsentieren – derzeit ist das jedoch unmöglich. Ein Blick in die Sammlung gibt es aber schon jetzt.

Martin Mühlebach
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Die Sängerin Amy Winehouse.
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Vinzenz Brändle ist stolz auf seine Ausstellung, die (nach überstandener Corona-Krise) noch bis zum Herbst in der Bibliothek Rotkreuz zu sehen ist.
Der legendäre Schweizer General Henri Guisan.
Der Bundesrat während des Zweiten Weltkriegs.
Das weltberühmte "Napalm-Mädchen" im Vietnamkrieg.
Der frühere US-Präsident Barack Obama.
Die niederländische Königsfamilie.
Martin Cooper, der Erfinder der Handys.
Der russische Präsident Vladimir Putin.
Der vierfache Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel, der während einiger Jahr in Walchwil wohnte.
Die englische Prinzessin Diana mit Prinz Charles.
Die Schauspielerin und Sängerin Audrey Hepburn.
Adolf Hitler.

Die Sängerin Amy Winehouse.

Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 16. März 2020)

Mit derzeit rund 250 000 Unterschriften besitzt der in Rotkreuz wohnhafte Vinzenz Brändle heute eine der exklusivsten Autogrammsammlungen weltweit. Dabei hat alles bescheiden begonnen. Brändle erzählt: «Meine Leidenschaft für Signaturen begann mit dem Erhalt einer handsignierten Karte von Bernhard Russi und dem Winnetou-Darsteller Pierre Prince. In der Folge schrieb ich täglich rund sechs Briefe an Hinz und Kunz, mit der Bitte um ein Autogramm.» Seine Sammlung wuchs schnell an. Mit der Zeit setzte er mehr auf Qualität statt Quantität. «Heute schreibe ich täglich nur noch zwei bis drei Persönlichkeiten an.»

Vor kurzem hat Vinzenz Brändle in der Gemeindebibliothek Rotkreuz eine Ausstellung mit rund 1000 erlesenen Unterschriften eröffnet. Infolge der vom Bund getroffenen Schutzmassnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus kann die Ausstellung allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt besucht werden. Unserer Zeitung gelang es noch rechtzeitig, die Ausstellung im Beisein von Vinzenz Brändle zu begutachten. Der Eindruck war überwältigend. An den Wänden und in Schaukästen sind Originalunterschriften von Napoleon Bonaparte, Adolf Hitler, John F. Kennedy, Angela Merkel, Emanuel Macron, Boris Johnson, Recep Tayyip Erdogan, Donald Trump und weiterer Politiker zu bestaunen.

Unterschrift vom ersten Menschen auf dem Mond

Sportbegeisterte finden in der Ausstellung Originalsignaturen von den Fussballstars Pelé, Maradona, Zidane, Ibrahimovic, Ronaldinho, Messi, Ronaldo, Mbappé und des Franzosen Lucien Laurent, der das erste WM-Tor erzielt hat, und vom Ungarn Sandor Kocsis, dem Torschützenkönig der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz. Zu entdecken sind auch Unterschriften des Leichtathleten Jesse Owens, der mit seinen legendären Siegen an den Olympischen Spielen 1936 in Deutschland Hitler die Show stahl, sowie Signaturen des mehrfachen Schachwelt­meisters Bobby Fischer, der Formel-1-Stars Ayrton Senna und Michael Schumacher sowie des Tennis-Asses Roger Federer.

«Besonders stolz bin ich auf die Unterschriften von Menschen, die ausserordentliche Geschichten geschrieben haben», sagt Vinzenz Brändle. In der Ausstellung in der Gemeindebibliothek Rotkreuz sind Signaturen zu begutachten von Jury Gagarin – dem ersten Menschen im All – von Neil Armstrong – dem ersten Menschen auf dem Mond – von Edmund Hillary und Sherpa Tenzing – den ersten Bezwingern des Mount Everest – von Roald Amundsen – dem ersten Menschen auf dem Nordpol – und von Robert Peary – dem ersten Menschen, der den Südpol erreicht hat.

Lady Di fühlte sich nicht wohl in ihrer Rolle

Unterschriften von Filmstars, Musikerlegenden und Wissenschaftlern runden die sehenswerte Autogrammausstellung ab. «Hinter jedem Autogramm steht ein Mensch, dessen Geschichte mich interessiert und mein Wissen bereichert. Gewisse Unterschriften verraten die Charaktereigenschaften eines Menschen», sagt Brändle. Die sich von oben nach unten hinziehende Signatur von Adolf Hitler zeige den Verlauf seiner Karriere, die Unterschrift von Lady Di verrate, dass sie sich in der Rolle als Prinzessin nicht wohlgefühlt habe, und die markante Signatur von Donald Trump zeige auf, dass er sich «quasi vor irgendetwas versteckt».