EXSILA: Die Tauschgebühr tritt am Freitag in Kraft

Im vierten Jahr ihres Bestehens führen die Betreiber der Zuger Online-Tauschbörse Exsila eine Provision ein. Das ist aber nicht die einzige Neuerung – wegen betrügerischer User.

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(Symbolbild Ester Michel/Neue LZ)

(Symbolbild Ester Michel/Neue LZ)

Aus einem Sortiment von total einer halben Millionen Produkten – Filme, CDs, Games, Bücher und Sammelbild – kann die rund 79'000 User zählende Community von Exsila.ch auswählen. Bezahlt wird mit der internen Tauschwährung Exsila-Punkte. Bislang war das legale und werbefreie Angebot komplett kostenlos.

Alternative für Abo-Kosten
Nun führen die Exsila-Gründer Rouven Küng und Reto Bütler der Wirtschaftlichkeit wegen eine Provision von 3% pro getätigter Tauschaktion ein (siehe Artikelverweis). Die Neuerung tritt am Freitag, 26. Februar 2010, in Kraft. «Die Einführung der Tauschgebühr ermöglicht die Weiterführung von Exsila ohne die Erhebung von Abo-Kosten oder weiteren Gebühren», wie es in einer Medienmitteilung heisst. Ausserdem werde so die Kontrolle über die «langfristige Entwicklung» der Artikel-Preise im Exsila-Tauschsystem – «Stichwort Inflation» – ermöglicht.

In der offiziellen Facebook-Gruppe wird die Neuerung von den Usern kontrovers diskutiert: Exsila sei «trotz der Gebühr immer noch besser und günstiger als alle anderen Varianten des Videoverleihs und -kaufs», findet etwa Tom Rieder. Andere User schlagen zur als Alternative die Einführung von Werbung oder zur Verhinderung von Inflation das Setzen von Maximal- oder Festpreisen vor.

Garantie-System geändert
An Spitzentagen werden auf Exsila gemäss den Betreibern bis zu 3000 Tauschaktionen durchgeführt. Was aber tun, wenn bspw. die bestellte DVD beschädigt ankommt, zerkratzt ist oder sich gar nicht abspielen lässt? Oder wenn diese gar nie beim Empfänger ankommt und sich der Absender nicht auf Kontaktversuche meldet? Bislang vermittelte Exsila in solchen Fällen, analysierte die Situation und bezahlte allfällige Verluste den Mitgliedern in Exsila-Punkten aus.

An diesem Vorgehen an sich ändert sich im Prinzip nichts, es sei jedoch eine Anpassung nötig, die gleichzeitig mit der Einführung der Tauschgebühr lanciert wird. «Unser Garantie-Versprechen hat sich grundsätzlich seit dem Beginn gut bewährt, hat aber auch zu Missbrauchsfällen geführt», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Das Ausmass dieses Missbrauchs sei «in der Tendenz» steigend, führe langfristig zu höheren Preisen auf Exsila und schade somit der ganzen Tauschgemeinschaft.

Einschränkungen bei hohen Beträgen
Neu müssen daher Garantienansprüche spätestens 30 Tage nach Abschluss oder Abbruch der Tauschaktion eingereicht werden. Für den Fall einer nicht korrekt abgewickelten Tauschaktion sind Empfänger und Versender bis zu einem Betrag von 250 Exsila-Punkten pro Angebot durch die Exsila-Garantie geschützt. Bei einem Tauschabbruch werden die vom Empfänger geschuldeten Exsila-Punkte bis zur Klärung des Falles durch Exsila zurückbehalten. Versender verpflichten sich, für geleistete Lieferungen ab 100 Exsila-Punkten offizielle Versandbelege vorlegen zu können, wie es weiter heisst.

scd