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EXSILA: Tauschbörse Exsila führt eine Provision ein

79'000 User zählt das Zuger Online-Portal Exsila, auf dem DVDs, Games und Bücher getauscht werden können. Bis anhin war der Service komplett kostenlos – damit ist nun Schluss.
Die beiden Exsila-Gründer Rouven Küng (rechts) und Reto Bütler. (Archivbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die beiden Exsila-Gründer Rouven Küng (rechts) und Reto Bütler. (Archivbild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Um die eigenen Ausgaben zu decken – Exsila.ch beschäftigt sieben Mitarbeiter – und die «Geldströme zu kontrollieren», arbeite man momentan an einem «langfristigen Modell», wie CEO Rouven Küng auf Anfrage sagte. Zwar soll die vollumfänglich werbefreie und legale Tauschbörse mit 500'000 verschiedenen Artikeln «kostenfrei» bleiben, doch es sei geplant, voraussichtlich noch im Februar eine Gebühr pro getätigtem Tausch in der Form einer Provision von 3% des Tauschwerts zu erheben. Dadurch dürfte einiges zusammenkommen: An Spitzentagen werden auf der seit 2006 bestehenden Homepage laut Küng rund 3000 Tauschaktionen getätigt.

«Kostenlos» mit «Provision»? Gemäss dem 32-Jährigen ist dies nur vordergründig ein Widerspruch: «Die Provision wird in ?Exsila-Punkten? – der website-eigenen Währung – direkt vom Konto des Verkäufers abgezogen.» Anders als beim ebenfalls in Zug domizilierten Online-Auktionshaus Ricardo.ch kämen so nie Bargeld und zu bezahlende Rechnungen ins Spiel. Letztlich werde sich zeigen müssen, wie diese Änderung von der Community aufgenommen werde.

Novitäten zu hohen Preisen
Beim Surfen auf Exsila fällt auch noch ein anderes Phänomen auf: Der teuerste Filme wird für 4999 Franken respektive ebenso viele Exsila-Punkte (das Tauschverhältnis wird vom Unternehmen als 1:1 angegeben) angeboten. Dies ist zwar ein Extrembeispiel und wohl einem Anfall kindlicher Spielfreude zu verdanken. Trotzdem handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall für exorbitante Preise, wie sich vor allem bei Neuerscheinungen, Blu-rays und DVD-Boxen zeigt, die zum Teil für einen massiv höheren Betrag als der Ladenpreis (also für den Preis für versiegelte Neuware) eingestellt werden. So muss man aktuell etwa für den Animationsfilm «Mary & Max» 69 Exsila-Punkte und für das Almodovar-Drama «Zerrissene Umarmungen» gar 110 Punkte in die Hand nehmen.

Rouven Küng hat dafür keine schlüssige Erklärung: «Wir lassen auf Exsila den freien Markt spielen. Die Anbieter legen die Preise fest und die Käufer bestimmen, ob sie tatsächlich so viele Punkte für einen Artikel berappen wollen.» Er habe jedenfalls schon mehrfach beobachten können, dass «überteuerte» Artikel den Besitzer gewechselt haben. «Wenn man über Exsila Produkte hat loswerden können, die einem nicht mehr am Herzen lagen, geht man mit den dafür erhaltenen Punkten vielleicht anders um», so Küng. Beim Start der Tauschbörse zusammen mit Reto Bütler habe man sich überlegt, ob man die Preise für die Secondhand-Waren vorgeben wollte. «Das wurde jedoch zu komplex.»

Geldeinschüsse werden belohnt
Aufschluss über das Phänomen der zum Teil überhöhten Preise gibt letztlich wohl der Umstand, dass Exsila-Punkte auch mit realem Geld vom Unternehmen selber erstanden werden können – und zwar mit je nach Beitrag massivem Rabatt: So erhalten die User etwa bei der Einzahlung von 80 Franken 100 Punkte plus eine Gratis-DVD und für 100 Franken sogar 150 Punkte. Wohlgemerkt: Exsila-Punkte kann man nicht in reale Schweizer Franken zurückwechseln.

Das Problem: Zahlende Kunden werden in diesem System (das Motto «Tauschen statt kaufen» umkehrend) im Vergleich zu Nur-Tauschern bevorteilt – und inflatiöse Tendenzen machen sich bemerkbar. Dies bestätigt Küng: «Ja, eine gewisse Inflation gibt es. Die Frage stellt sich natürlich, wie gross diese sein darf.» Gleichzeitig weist er aber auch darauf hin, dass im Gegenzug auch zahlreiche im Vergleich zum Ladenpreis sehr günstige Artikel auf Exsila angeboten werden: So können etwa populäre Filme wie aktuell etwa der Science-Fiction-Film «Minority Report» für gerade einmal 2.89, der Abenteuerfilm «Das Vermächtnis der Tempelritter» für 3 oder die Liebeskomödie «America's Sweethearts» für ebenfalls 3 Exsila-Punkte (inklusive Versand, der den Versender 1.80 Franken kostet!) erstanden werden. «Im Handel sind Film-DVDs zu solch günstigen Preisen nicht erhältlich», so Küng.

Dave Schläpfer/Zisch

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