Tüftelbude kriegt ein fixes Quartier in Zug

Das FabLab Zug zieht von der Zwischennutzung Nordpol an die Oberallmendstrasse. Der Verein will wachsen.

Cornelia Bisch
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Fertig eingerichtet im neuen Domizil: die Vorstandsmitglieder des FabLab Zug Michael Hobbins, Moritz Hassler, Rouven Küng und Luz Maria Molinari (von links).

Fertig eingerichtet im neuen Domizil: die Vorstandsmitglieder des FabLab Zug Michael Hobbins, Moritz Hassler, Rouven Küng und Luz Maria Molinari (von links).

Bild: Maria Schmid (Zug, 11. Dezember 2019)

Das vor einem halben Jahr gegründete FabLab Zug zog aus den Räumen der Zwischennutzung Nordpol aus und feiert heute Wiedereröffnung an der neuen, festen Adresse Oberallmendstrasse 18, innerhalb des Technologieclusters der V-Zug AG. Das Gebäude Nordpol an der Industriestrasse wird demnächst planmässig abgerissen.

FabLabs (Fabrication Laboratorys) sind digitale Werkstätten, die als Verein oder kleine Unternehmen organisiert sind. Ihre Mitglieder entwickeln und programmieren Produkte nach eigenen Ideen und stellen diese mittels 3D-Druckern oder CNC-Maschinen her. Solche Werkstätten werden bereits in vielen Ländern der Welt betrieben, 18 davon in der Schweiz.

Umziehen war anstrengend

«Wir sind sehr froh, dass wir nun eine feste Bleibe haben», erzählt Luz Maria Molinari, die neben Michael Hobbins, Moritz Hassler und Rouven Küng Gründungs- und Vorstandsmitglied ist. Denn umziehen ist für das FabLab Zug mit einem Lasergerät, den 3D-Druckern, einem Schneideplotter, einer CNC-Fräse und weiteren Grossgeräten kein leichtes Unterfangen. «Ohne die freiwillige Arbeit unserer Mitglieder hätten wir den Umzug kaum stemmen können», gesteht Molinari. Während der letzten Wochen seien von den zirka zwölf Helfern jeden Abend mehrere im Einsatz gewesen.

Anders als in der Zwischennutzung Nordpol bezahlt der Verein nun Miete, verfügt aber über einen hohen Produktionsraum auf 350 Quadratmetern, den die Mitglieder selbst mitgestalten. «Wir haben bereits eine Galerie aus Holz gebaut, um auch die Höhe des Raums optimal ausnützen zu können», erzählt Molinari. «Es gibt unter den inzwischen 60 Vereinsmitgliedern Schreiner, Elektriker oder IT-Experten, die nicht nur ihre Arbeitskraft ehrenamtlich für den Verein einsetzen, sondern oft auch eigenes Werkzeug mitbringen.» Luz Maria Molinari selbst kümmert sich als Innendekorateurin und Künstlerin um die Feineinrichtung und verleiht dem grossen Raum ein wohnliches Ambiente. «Unsere Vermieterin, die V-Zug AG, hat uns ausserdem einen Büro- und einen Toilettencontainer zur Verfügung gestellt.» So können zum Beispiel Sitzungen ungestört abgehalten werden. Der Verein FabLab Zug ist momentan noch auf Spenden und Gönnerbeiträge angewiesen. «Mit zirka 200 Mitgliedern wäre der Verein selbsttragend», stellt Molinari fest. Diese bezahlen 150 Franken jährlich plus kleinere Beträge für die Benützung der Geräte. «Die Mitgliederzahl steigt stetig, was uns sehr freut.»

Das Digitale und Mechanische verbinden

Neu gibt es im FabLab Zug das Angebot sogenannter Co-Working-Spaces, die an mehrere Nutzer vermietet werden. Diese profitieren dabei gegenseitig vom Know-how des Partners und können den Arbeitsplatz jederzeit nutzen. «Dieses Angebot möchten wir weiter ausbauen.»

Ebenfalls gibt es Bestrebungen, die digitale und mechanische Arbeitsweise zu verbinden. «Am neuen Standort werden wir zusätzlich eine Schreinerei, eine Metallwerkstatt und einen Textilbereich einrichten und mit industriellen Maschinen bestücken, welche Mitglieder zur Verfügung stellen», kündigt Molinari an. Eine riesige Drehbank, eine Filzpresse sowie Nähmaschinen sind bereits vorhanden. «Obwohl wir eine digitale Werkstatt betreiben, dürfen wir den Fokus auf das Analoge nicht verlieren», ist Molinari überzeugt. «Die beiden Bereiche ergänzen sich.» Im Vorfeld der Eröffnung findet eine Lampenausstellung im Zugorama statt. Den Herstellungsprozess der Exponate haben Luz Maria Molinari und Mischa Kälin im Rahmen eines FabLab-Projekts begleitet.

Hinweis
Heute Freitagabend um 18.30 Uhr findet die Eröffnung des FabLabs Zug an der Oberallmenstrasse 18 statt. Von 17 bis 18 Uhr ist die Lampenausstellung im Zugorama von V-Zug geöffnet.