Fachbehörde soll über Vormundschaft entscheiden

Der Kanton Zug will den Kindes- und Erwachsenenschutz neu regeln. Dazu soll eine zentrale, kantonale Fachbehörde geschaffen werden. Die Gesetzesrevision wird voraussichtlich 2013 in Kraft treten.

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Der Vorschlag des Regierungsrates sieht vor, dass die neue Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde die Aufgaben der heutigen Vormundschaftsbehörden von den Einwohner- und Bürgergemeinden übernimmt, schreibt der Kanton Zug in einer Mitteilung. Dies, weil das neue eidgenössische Kindes- und Erwachsenenschutzrecht verlangt, dass künftig eine interdisziplinär zusammengesetzte Fachbehördeüber sämtliche vormundschaftlichen Belange entscheidet.

Zentrale Fachbehörde
Eine Vorlage von der Direktion des Innern - welche in die Vernehmlassung geschickt wurde - beinhaltet, dass im Kanton Zug eine zentrale Fachbehörde unter der Trägerschaft des Kantonsgebildet wird, damit in professionellen Strukturen effiziente Arbeit geleistet werden kann. Diezentrale Fachbehörde wird als fachlich unabhängiges Amt ausgestaltet und administrativ derDirektion des Innern unterstellt. Sie besteht aus mindestens fünf Mitgliedern, welche Ausbildungund Berufserfahrung in einem der Bereiche Recht, Sozialarbeit, Pädagogik, Psychologieoder Medizin mitbringen.

Finanzielle Entlastung der Gemeinden
Mit der Neuorganisation des Kindes- und Erwachsenenschutzes übernimmt der Kanton die Trägerschaftsowohl der Fachbehörde wie auch der professionellen Mandatsführung. Gemäss demGrundsatz aus der Zuger Finanz- und Aufgabenreform (ZFA) wird neu der Kanton die Organisationskostendes Kindes- und Erwachsenenschutzes übernehmen. Die Kosten, welche heuteden Gemeinden anfallen, werden also neu vom Kanton getragen. Dadurch werden die Gemeindenentlastet.

Der Bundesrat wird voraussichtlich im Februar 2011 entscheiden, ob das neue Kindes- undErwachsenenschutzrecht auf den 1. Januar 2013 oder ein Jahr später in Kraft gesetzt wird.

pd/bep