Mega-Bauprojekt am Zugersee-Ostufer: Fachleute standen den Walchwilern Red und Antwort

Am Baustellen-Informationsabend der SBB vermissten die Anwesenden eine Präsentation zum Mega-Bauprojekt am Zugersee-Ostufer, das ab Juni realisiert wird. Trotzdem konnten einige individuelle Fragen geklärt werden.

Rahel Hug
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Zwischen Lothenbach und Hörndli in Walchwil (im Bild die Situation Anfang April) wird ein Installationsplatz erstellt. (Bild: Stefan Kaiser (3. April 2019))

Zwischen Lothenbach und Hörndli in Walchwil (im Bild die Situation Anfang April) wird ein Installationsplatz erstellt. (Bild: Stefan Kaiser (3. April 2019))

Erwartungen nicht erfüllt. Mit dieser Empfindung haben wohl viele Walchwilerinnen und Walchwiler den Info-Abend vom Mittwochabend im Baubüro bei der «Aesch» wieder verlassen. Die SBB hatten zum Anlass eingeladen, um Fragen zu beantworten zu den Bauarbeiten auf der Bahnstrecke Oberwil–Arth-Goldau. Die Strecke wird bekanntlich ab dem 9. Juni für 1,5 Jahre gesperrt. Neben dem Bau der 1,7 Kilometer langen Doppelspur bei Walchwil sanieren die SBB rund 80 Objekte wie Brücken, Tunnel und Unterführungen.

Viele der schätzungsweise 70 Anwesenden am Mittwochabend hätten sich gewünscht, dass die Fachleute der SBB das Projekt zunächst mit einer Präsentation vorstellen, um danach auf Fragen aus dem Publikum einzugehen. Bei der SBB hatte man sich gegen dieses Vorgehen entschieden. Jasmin Huwyler, zuständig für Kommunikation, sagte: «Die Fragen, die uns zugetragen werden, sind sehr spezifisch. Deshalb wurde auf eine allgemeine Präsentation verzichtet.»

«Die Logistik ist die grösste Herausforderung»

Im Raum lagen Baupläne auf, eine Übersichtskarte, auf der die zahlreichen Teilprojekte eingezeichnet sind und Informationen darüber, wann welche Arbeiten vorgesehen sind. Als Laie sind diese Unterlagen nur schwer verständlich. Um sie zu erläutern, waren die Experten der SBB und Vertreter der beteiligten Unternehmen vor Ort. Unter anderem stand Pius Bregy, Oberbauleiter, Red und Antwort. Von ihm war beispielsweise zu erfahren, dass im Siedlungsgebiet von Walchwil keine Nachtarbeiten geplant sind. Auch erklärte der Fachmann, wie man sich die Arbeiten genau vorstellen muss. Konkret wird in einem ersten Schritt das gesamte bestehende Gleis rückgebaut, und danach ein Neues montiert. «Die Logistik ist die grösste Herausforderung», führte Bregy aus. Die ganze Strecke, auf der gebaut wird, ist ungefähr 14 Kilometer lang, gerechnet wird mit Gesamtkosten von rund 200 Millionen Franken.

Die Fragen der Anwesenden waren tatsächlich sehr individuell. Ein Mann wollte beispielsweise wissen, wie es um die Zufahrt zu seinem Grundstück steht und ob neue Zäune gebaut werden. Auch die Termine der Sprengungen waren ein Thema und die Auswirkungen auf den Individualverkehr. Eine Frau fragte, ob man einen Schiffskurs für Pendler nach Zug geprüft habe, was verneint wurde. Die Befürchtung in Walchwil ist gross, dass sich durch die zusätzlichen Busse und jene Reisenden, die während der Sperrung vom Zug aufs eigene Auto umsteigen, stadteinwärts in Zug Staus bilden. «Ich möchte wissen, wie wir vorgehen können und wer unsere Ansprechperson ist, falls die ÖV-Anschlüsse in Zug nicht funktionieren», sagte ein Mann. Zu den Themen Ersatzbusse und Fahrplan äusserte sich Christian Baumgartner von der SBB. Für die wegfallende Stadtbahn S2 verkehre Richtung Zug in einem halbstündigen Grundtakt die Buslinie 5, die zusätzlich schnelle Kurse anbiete. «Die erste Woche wird spannend», so Baumgartner. Man werde danach eine Auswertung machen und allfällige Anpassungen vornehmen. «Ich empfehle allen Reisenden, den aktuellen Online-Fahrplan anzuschauen.»

Baustellencafés für Anwohner vorgesehen

Die SBB-Vertreter wurden vom grossen Ansturm am Mittwochabend offensichtlich etwas überrumpelt und räumten ein, die Einladung sei vielleicht etwas unklar formuliert gewesen. Plant man nun eine weitere Information für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner? Eine Info-Veranstaltung sei nicht vorgesehen, erklärte Jasmin Huwyler. «Wir möchten jedoch alle drei bis vier Monate eine Art Baustellencafé durchführen, bei dem weitere offene Fragen geklärt werden können.» Huwyler verwies zudem auf die Website, auf der sämtliche wichtigen Informationen aufgeschaltet seien.

Hinweis: www.sbb.ch/zugersee