FAHRENDE: Der Durchgangsplatz wird Realität

Fahrende sollten in Cham einen Durchgangsplatz erhalten, findet die Regierung. Der Kantonsrat ist damit einverstanden – jedoch nicht ohne Vorbehalte.

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Auch diesem Areal an der Zürichstrasse soll der Durchgangsplatz für Fahrende entstehen. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Auch diesem Areal an der Zürichstrasse soll der Durchgangsplatz für Fahrende entstehen. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Bereits seit 20 Jahren bemüht sich die Baudirektion des Kantons Zug darum, einen Durchgangsplatz für Fahrende zu finden. Bisher jedoch vergebens. Denn ein geplantes Projekt bei der alten Lorzentobelbrücke scheiterte am Widerstand der Bevölkerung.

1992 reichte der ehemalige CVP-Kantonsrat und heutige Gemeindepräsident von Cham, Bruno Werder, eine Motion ein, in der er von der Regierung einen solchen Platz für jenische Fahrende forderte. Gestern, nach 16 Jahren, hat der Kantonsrat diese Motion nun als erledigt abgeschrieben.

Kosten sind im Kantonsrat umstritten
Den Grundstein für das nun vom Regierungsrat vorgelegte Projekt legte die Gemeinde Cham. Sie hat im Rahmen der Zonenplanrevision 2006 einen 6400 Quadratmeter grossen Platz im Weiler Oberwil für diesen Zweck ausgeschieden.

Umstritten waren gestern im Kantonsrat denn auch nur die Kosten für den Durchgangsplatz und nicht das Vorhaben als solches. Allen voran die CVP kritisierte die Realisierungskosten von 830'000 Franken als zu hoch.

Zweifel an der Deckung der jährlichen Betriebskosten
Doch nicht nur die CVP fand wenig Gefallen an den Kosten des Durchgangsplatzes. Die von der Regierung vorgesehenen Einnahmen von 30'000 Franken zur Deckung der jährlichen Betriebskosten dürften kaum realisiert werden, monierte beispielsweise die Staatswirtschaftskommission.

Trotzdem befand das Parlament, dass der Durchgangsplatz wie geplant realisiert werden solle, und wies mit 50 zu 21 Stimmen den CVP-Antrag auf Teilrückweisung ab.

Selbst die SVP befürwortete die Vorlage: «Ich schlage vor, wir ziehen dieses Projekt hier und jetzt durch, denn auf diesen Platz haben die Fahrenden Anrecht», erklärte SVP-Kantonsrat Werner Villiger (Zug) im Namen seiner Fraktion.

Platz für zehn Gespanne
Noch in diesem Jahr soll mit der Realisierung des Durchgangsplatzes begonnen werden. Dieser wird ab 2009 maximal zehn Gespannen (Zugfahrzeug und Wohnwagen) Platz bieten und über sanitäre Anlagen verfügen.

Andreas Oppliger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Zuger Zeitung.