Fahrplan 2022
Schnellbusse auf der Achse Zug-Oberägeri fahren bald über die Tangente

Am Mittwoch haben die schweizerischen Transportunternehmer den Fahrplan für die Zeit ab dem 12. Dezember 2021 öffentlich gemacht. Die Bevölkerung kann sich bis am 13. Juni in diesen Verfahren einbringen.

Marco Morosoli
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Der grosse Fahrplanwurf war im zweiten Corona-Pandemie-Jahr nicht zu erwarten. Die Branche des öffentlichen Verkehrs dürfte nur schon froh sein, wenn die Leute wieder ins fahrbare Angebot einsteigen. Im Kanton Zug betrifft die augenfälligste Änderung die Linie 1, welche die Stadt Zug mit Oberägeri verbindet. Wie aus dem Fahrplanentwurf hervorgeht, sollen die Schnellbusse zwischen diesen beiden Destinationen jeweils am Morgen wie auch am Abend über die Tangente Zug/Baar verkehren.

Die Buslinie 1 soll künftig während der Hauptverkehrszeit über die Tangente fahren.

Die Buslinie 1 soll künftig während der Hauptverkehrszeit über die Tangente fahren.

Bild: Stefan Kaiser (18. Juni 2018)

Für die Strecke ab der Haltestelle V-Zug bis Unterägeri-Spinnerei benötigt der Tangenten-Express zwölf Minuten. Für den Weg über das Zentrum der Stadt Zug sind im aktuellen Fahrplan nur gerade eine Minute mehr eingeplant, doch bei der Fahrt durch die Stadt Zug verliert dieser Schnellbus oftmals Zeit. Die neue Linienführung via die Tangente Zug/Baar hat aber den Vorteil, dass sie eine Gegend bedient, wo viele Menschen arbeiten. Zudem ist die Tangentenfahrt auch ideal für Gewerbeschüler aus dem Ärgerital. Es versteht sich von selbst, dass der «Einer» auch vom Berg nach Zug die Abkürzung über die Tangente nimmt.

Was in der Medienmitteilung der Baudirektion des Kantons Zug nicht steht, aber sicher mehr als nur im Hinterkopf der Verkehrsplaner herumgeistert, ist die Hoffnung, dass durch die neue Linienführung das Zuger Zentrum vom Verkehr entlastet wird.

ZVB optimiert die Laufwege ihrer Busstrecken

Das nächste Jahr bringt auch Veränderungen mit sich, deren Ursache nicht das Coronavirus ist. Die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) sanieren die Zugerbergbahn umfassend. Das Gleisbett der roten Bahn lassen die ZVB praktisch neu bauen. Das bedingt eine Totalsperre vom 7. Februar 2022 bis im Dezember 2022. Wer dann auf das beliebte Aussichtsgebiet fahren will, der muss den Bus nehmen. Diese Prozedur wird ja schon aktuell angeboten, wenn notwendige Arbeiten anstehen. Ebenso ist die Totalsperrung zwischen Nidfuren und dem Schmittli ab Anfang Januar 2022 geplant. Die Strasse soll dann ab Mitte 2023 wieder benutzbar sein.

Eine Neuerung gibt es auf dem Busnetz der ZVB ab dem neuen Fahrplan: Eine Linie soll vollkommen mit Elektrobussen betrieben werden. Bis jetzt hat die Unternehmensleitung aber nicht öffentlich gemacht, welche das sein soll. Es befindet sich derzeit schon ein Elektrobus im Einsatz und läuft anscheinend zur Zufriedenheit aller involvierten Kräften.

Grösseres Angebot für Nachtschwärmer

Der SBB-Fahrplan erfährt direkt auf den Kanton Zug bezogen wenige Änderungen. Die Fahrt nach Lugano soll ab dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021 nur noch 90 Minuten dauern. Altdorf ist von Zug aus ab dem neuen Fahrplan alle zwei Stunden schneller erreichbar. Ferner meldeten die SBB, dass das Nachtzug-Angebot auf der Achse Luzern-Zug-Zürich um eine zusätzliche Verbindung erweitern zu wollen.

Die Vernehmlassung zum öffentlichen Fahrplanverfahren dauert bis am 13. Juni. Auf der Website www.fahrplanentwurf.ch findet sich alles Wissenswerte. Auf der Homepage der Baudirektion findet sich zudem eine Netzgrafik über die weitere Entwicklung der Busstrecken im Kanton Zug.