«FALL USTER»: Der Gutachter hält an seinen Zahlen fest

188 Fälle hat der Strafvollzugsleiter laut Untersuchung verschlampt. Er bestreitet das – und erntet Widerspruch.

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Alt Oberstaatswanwalt Marcel Bertschi verteidigt seine Untersu­chung. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Alt Oberstaatswanwalt Marcel Bertschi verteidigt seine Untersu­chung. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Marcel Bertschi, früher Zürcher Ober­staatsanwalt, steht weiterhin zu seiner im Mai 2008 veröffentlichten Untersuchung: Die Zahl von 188 vom früheren Amtsleiter nicht korrekt vollzogenen Strafen und Massnahmen sei auch heute gültig.

«Wir sind den Fällen zusammen mit dem heutigen Amtsleiter genau nachgegan­gen», sagte er am Mittwoch auf Anfrage. Wie erklärt er sich, dass der zuständige Staatsanwalt laut dem Verteidiger des früheren Leiters des Amtes für Straf- und Massnahmenvollzug nur von 21 involvier­ten Personen ausgeht? Das hänge mit den Einstellungen wegen der Verjährung zusammen, glaubt Bertschi.

Fälle sind nicht Dossiers
Laut Marcel Schlatter von den Zuger Strafverfolgungsbehörden ist die Zahl der Fälle, die der Staatsanwalt einklagt, noch offen. Erst nach Akteneinsicht durch den Verteidiger und die Anklageerhebung könne hier eine konkretere Angabe gemacht werden.

Nicht jede Ungereimtheit sei strafrechtlich relevant. Laut Schlatter schon jetzt klar ist: Bertschi hat jeden Fall einzeln gezählt. Der Staatsanwalt dagegen hat alle Fälle, die die gleiche Person betreffen, zu einem Dossier zusammengefasst.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.