Fall Villiger: Zuger CVP sucht Gespräch mit ihrem Regierungsrat

Der Zuger Justiz- und Sicherheitsdirektor Beat Villiger (CVP) steht wegen gegen ihn geführten Strafverfahren im Rampenlicht. Seine Partei kennt die Sachlage noch nicht, wie sie am Dienstag mitteilen musste. Sie verlangt noch vor dem Wahlsonntag Klarheit.

Christian Glaus
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Monika Barmet, Vizepräsidentin der Zuger CVP, im Kantonsrat. (Bild: Stefan Kaiser)

Monika Barmet, Vizepräsidentin der Zuger CVP, im Kantonsrat. (Bild: Stefan Kaiser)

Die CVP des Kantons Zug äussert sich mit einer knappen Mitteilung zu den Wirren um ihren Regierungsrat Beat Villiger. Darin heisst es: «Die CVP bedauert ausserordentlich, dass fünf Tage vor den Wahlen die Berichterstattung über unseren Regierungsratskandidaten die Zuger Bevölkerung verunsichert hat.»

Die genaue Sachlage kenne die Partei nicht. Daher sei es ihr auch nicht möglich, zum Fall konkret Stellung zu nehmen: «Insbesondere ist es zu früh, über politische Konsequenzen zu diskutieren, ohne genaue Kenntnisse der Sachlage.» Villigers Partei wirft also selbst die Frage auf, ob der Justiz- und Sicherheitsdirektor aufgrund der gegen ihn geführten Ermittlungen der Luzerner Staatsanwaltschaft im Regierungsrat noch am richtigen Ort ist, um dann nachzuschieben: «Regierungsrat Beat Villiger hat gute Arbeit geleistet und verdient unseren Respekt und unser Vertrauen.»

«Wir wollen uns wieder auf die Wahlen konzentrieren.»

Monika Barmet, Vizepräsidentin CVP Kanton Zug

Die Formulierungen in der Mitteilung der CVP werfen Fragen auf. Auf Nachfrage unserer Zeitung betont Vizepräsidentin Monika Barmet, dass das Verfahren der Luzerner Staatsanwaltschaft gegen Villiger eingestellt worden sei. Bisher habe kein persönlicher Kontakt mit Beat Villiger stattgefunden. Sie hätten erst per E-Mail miteinander kommuniziert, für ein Gespräch habe «aus terminlichen Gründen bisher noch keine Möglichkeit bestanden», so Barmet. Doch ein Gespräch soll noch vor dem Wahlsonntag stattfinden.

Barmet wünscht sich, dass in der Sache nun Ruhe einkehrt. «Wir wollen uns wieder auf die Wahlen konzentrieren.»

Fall Villiger: Vorwürfe an die Luzerner Strafverfolger

Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen den Zuger Sicherheitsdirektor Beat Villiger eingestellt. Kenner des Falls kritisieren sie dafür heftig. Aber die Justizbehörden sind sich keines Fehlers bewusst.
Kilian Küttel