Falsche Liebe im Netz: 70'000 Franken futsch – Zuger Polizei warnt vor Betrügern

Ein Mann ist Opfer der Internetbetrugsmasche «Romance Scam» geworden. Die Zuger Polizei beschäftigt sich mit diesem Fall.

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(fae) Der 54-Jährige hatte demnach vor mehr als zwei Jahren auf Facebook eine Frau kennen gelernt und sich auf eine Internet-Beziehung mit ihr eingelassen. Die Frau baute das Vertrauen und die Beziehung zu ihrem Opfer mit geschickten Geschichten aus und brachte ihn dazu, zwischen März 2018 und August 2020 immer wieder Geld auf ein Bankkonto in Frankreich zu überweisen. Das Opfer wurde von seiner Internet-Bekanntschaft insgesamt um rund 70 000 Franken betrogen.

Bei dieser Betrugsmasche wird dem Opfer die grosse Liebe vorgespielt, erklärt die Zuger Polizei. Ihre Opfer suchen sich die Täter auf Dating-Seiten, Internet-Singlebörsen oder in anderen sozialen Netzwerken. Während die Betroffenen von der Liebe geblendet sind, wollen die Betrüger nur eines: ihr Geld.

Wie die Täter vorgehen

Das Opfer wird per E-Mail oder soziale Medien kontaktiert – angeblich von einem gut aussehenden Mann oder einer attraktiven Frau. Die Betrüger senden täglich charmante Botschaften, machen Komplimente, telefonieren mit dem Opfer (via Skype), umgarnen sie mit allen möglichen Versprechen. Dies geht von der Verabredung bis hin zu einem Heiratsversprechen. Nachdem sie sich das Vertrauen erschlichen haben, bitten sie ihr Opfer unter einem Vorwand um Geld. Bei der Begründung sind die Betrüger nie um eine Idee verlegen.

Wie erkennt man «Romance Scam»?

• Nehmen Sie auf Facebook oder anderen Plattformen niemals Freundschaftsanfragen von Menschen an, die Sie nicht aus dem realen Leben kennen
• Werden Sie misstrauisch, wenn das Gegenüber noch vor dem ersten Treffen von der grossen Liebe spricht
• Brechen Sie den Kontakt immer sofort ab, wenn Geld von Ihnen gefordert wird
• Fragen Sie sich, wie realistisch es ist, dass ein gut situierter, attraktiver Mensch aus einem fernen Land ohne irgendeinen Bezug zu Ihrem Leben plötzlich eine Fernbeziehung mit Ihnen beginnen möchte•Überprüfen Sie (beispielsweise mit der Bildsuche-Funktion von Google), ob das Foto Ihres Gegenübers auch anderswo auftaucht. Wenn Sie dasselbe Foto, aber mit einem anderen Namen auf anderen Webseiten finden, dann handelt es sich zweifelslos um einen Betrug
• Verschicken Sie niemals heikle oder intime Bilder von sich, die Sie nicht auch selbst veröffentlichen würden

Was tun, wenn Sie bereits auf einen «Romance Scam» hereingefallen sind?

• Schicken Sie kein weiteres Geld bzw. keine anderen Güter
• Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Machen Sie sich keine Vorwürfe, wenn Sie reingefallen sind: Denken Sie daran, dass die Polizei keine menschlichen Schwächen ahndet, sondern nach Kriminellen fahndet. Ihre Anzeige kann helfen, andere potenzielle Opfer vor den Tätern zu schützen
• Brechen Sie den Kontakt sofort und vollständig ab, blockieren Sie den Betrüger oder die Betrügerin auf allen Kanälen
• Reagieren Sie nicht, wenn Sie von weiteren vermeintlichen Unterstützern (z.B. «Interpol», einer «ausländischen Polizeibehörde», «Opferanwälten» usw.) kontaktiert werden