FAMILIENLEBEN: Eine ganz normale Familie – beinahe

Ramon aus Oberägeri ist seit seiner Geburt blind. Ein Problem? Nein, sagt der 13-jährige Schüler.

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Daniela Wagner mit ihren Kindern Ramon und Tanja auf dem Tandem. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Daniela Wagner mit ihren Kindern Ramon und Tanja auf dem Tandem. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

«Wenn Mami mich böse anschaut, sehe ich das nicht», sagt Ramon und grinst. «Aber dann siehst du ja auch nicht, wenn ich dich anlächle», kontert Mutter Daniela. Beide müssen lachen. Auch Schwester Tanja findet es lustig. «Was das heisst, blind zu sein, habe ich vor Jahren selbst einmal erfahren, indem mir mein Bruder die Augen verbunden hat. Ich durfte drei Stunden lang nichts sehen und irrte durch die Wohnung», erzählt die 17-Jährige. Hinterher habe sie überall Flecken auf ihrer Kleidung gehabt.

Offen und direkt
Wer mit den dreien am Esstisch in der 95-Quadratmeter-Wohnung in Oberägeri mit Blick auf den See sitzt, hat nicht das Gefühl, sich gerade mit einer Problemfamilie zu unterhalten. Im Gegenteil. Die Art, wie die drei offen miteinander reden, scherzen und Unstimmigkeiten direkt ansprechen, wirkt erfrischend. Dabei haben sie es nicht immer leicht. Denn Ramon ist von Geburt an blind. Der 13-Jährige geht auf die Sonnenberg-Schule in Baar. Für ihn ist das Normalität. Genauso normal wie für seine Familie. Morgens um 7.15 Uhr holt ihn ein Taxi ab und bringt ihn hin, nachmittags gegen halb fünf ist er wieder zu Hause. «Ramon ist manchmal schon früher daheim als ich», sagt Daniela Wagner. «Das ist aber kein Problem für ihn.» Bald schon soll er es schaffen, ganz alleine nach Hause fahren zu können.

Wolfgang Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Zuger Zeitung.