Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FAMILIENPOLITIK: Zug will höhere Kinderabzüge verhindern

Der Bundesrat will die Frauen nach der Babypause zurück an den Arbeitsplatz holen. Dazu soll der Fremdbetreuungsabzug deutlich höher werden. Die Zuger Regierung stellt sich aus Prinzip dagegen.
Zoe Gwerder
Die Garderobe einer Spielgruppe. (Symbolbild Stefan Kaiser)

Die Garderobe einer Spielgruppe. (Symbolbild Stefan Kaiser)

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Der Kanton Zug stellt sich gegen das Begehren des Bundesrates, die Steuerabzüge für die Kinderbetreuung durch Dritte schweizweit zu erhöhen. Dies schreibt er in einer Antwort zur entsprechenden Vernehmlassung des Bundes. Ziel der Vorlage ist, dem Mangel an inländischen Fachkräften entgegenzuwirken und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Wie der Kanton in seiner Antwort schreibt, fände er dies «eigentlich sehr unterstützenswert». Der vorgeschlagene Weg über den Steuerabzug sei jedoch abzulehnen.

Konkret schlägt der Bundesrat vor, die Abzüge für die Betreuung durch Dritte bei den Bundessteuern von aktuell 10100 auf 25000 Franken zu erhöhen. Zusätzlich will er aber auch den Kantonen vorschreiben, ihre Abzüge auf mindestens 10000 Franken festzusetzen.

Bund soll bei Kantonen nicht eingreifen

Insbesondere gegen Letzteres wehrt sich der Zuger Regierungsrat vehement. «Es geht uns um die Rechtsstaatlichkeit, konkret um staatspolitische und föderalistische Grundsätze. Wenn der Bund den Kantonen Gesetze vorschreibt, wird der Steuer­föderalismus mit Füssen ge­treten», erklärt Finanzdirektor Heinz Tännler die Haltung der Regierung, welche auch von den übrigen Kantonen vertreten wird. Zudem könne die geplante Erhöhung zu Verzerrungen zwischen verschiedenen Lebens- und Familienmodellen führen, und sie komme in erster Linie gut verdienenden Personen zugute. Der Spardruck sei aus Zuger Sicht ein weiterer Grund zur Ablehnung der Vorlage. Gemäss Angaben des Kantons würde eine solche Erhöhung der Ab­züge für die Kinderbetreuung durch Dritte um bis zu 4 Millionen Franken tiefere Steuereinnahmen bringen – werden die Ausfälle für den Kanton und die Gemeinden zusammengerechnet. Denn bisher können Eltern pro Kind maximal 6000 Franken bei den Steuern als Abzug geltend machen, unabhängig davon, ob es fremdbetreut wird oder nicht.

Kita-Förderung besser über Subventionen

Dass sich der Kanton Zug gegen die Bundesvorlage stellt, löst bei der Zuger Familienpolitikerin und FDP-Kantonsrätin Karen Umbach unterschiedliche Reaktionen aus. «Zum einen unterstütze ich die Steuerpolitik des Kantons und sein Pochen auf Föderalismus. Auf der anderen Seite ist für mich aber auch klar, dass die Kinderbetreuung im Moment zu teuer ist.» Und sie zeigt sich von den Einschätzungen des Bundes überzeugt, dass sich solche höheren Abzüge für die Kinderbetreuung durch Dritte langfristig auszahlen werden. Sie ist aber der Meinung, dass die Entlastung der Familien über höhere Subventionen geregelt werden sollte. «Es muss eine Änderung geben, auch wenn diese nicht durch die aktuelle Bundesvorlage geschehen muss.»

Gemäss Finanzdirektor Tännler ist im Kanton Zug derzeit jedoch keine Alternative geplant. «Zuerst müssen wir nun wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Und wir schauen jetzt schon gut zu den Familien.» Tatsächlich gewährt der Kanton Zug einen der höchsten Kinderabzüge schweizweit. Er bezahlt auch eine der höchsten Kinderzulagen, wie die «Aargauer Zeitung» 2015 in einem Vergleich zeigte. Einzig beim Abzug für die Kinderbetreuung durch Dritte liegt der Kanton im hinteren Mittelfeld.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.