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Fantasievoll musikalisch durchs Feuer

Ein Feuervogel auf der Suche nach seiner Bestimmung: Mit diesem Leitmotiv überraschte die Harmoniemusik Zug, denn der Vogel drohte in keinem Moment abzustürzen.
Haymo Empl
Die Harmoniemusik der Stadt Zug geniesst den Applaus. (Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 16. Juni 2018))

Die Harmoniemusik der Stadt Zug geniesst den Applaus. (Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 16. Juni 2018))

Die Ankündigung für das Konzert am Samstag in der Aula der Kantonsschule Zug war vage: ein Feuervogel auf der Suche nach seiner Bestimmung, visuell und musikalisch umgesetzt. Vor Ort wurde dann klar, was gemeint war: Besagter Feuervogel berichtete mit kurzen Tagebucheinträgen aus seinem Leben; diese Einträge wurden auf einer Grossleinwand in der Aula gezeigt; für das Publikum geschickt platziert – für alle lesbar, aber niemals störend.

Kaum aus dem Ei geschlüpft, macht sich das Fabelwesen auf die Suche nach den unterschiedlichsten Arten des Feuers und damit auch auf die Suche nach sich selbst. Die verschiedenen Stationen wurden von Lukas Studer in liebevollen Zeichnungen entsprechend animiert ebenfalls auf der Leinwand gezeigt. Nach dem passenden Auftakt «Rise Of The Firebird» von Steven Reinecke folgte eine kurze Laudatio der Präsidentin der Harmoniemusik Zug: Manuela Hager wies darauf hin, dass die Harmoniemusik Zug zwei Wochen zuvor das Prädikat «ausgezeichnet» am kantonalen Musikfestival für den Konzertvortrag erhalten habe, entsprechend gespannt zeigte sich das Publikum. Und es wurde nicht enttäuscht.

Ein spannendes Konzept

Steven Reinecke folgte nach Manuela Hagers Einführung erneut, der US-Musiker ist vor allem für seine Programmmusik bekannt, also auch hier sehr passend gewählt. Dass Reinecke auch für grosse Filme komponiert hatte, war dem «Feuervogel» äusserst dienlich, denn letztendlich sollten sich Musik und Geschichte ergänzen, was durch die kluge Auswahl der verschiedenen Stücke mehr als gelang. Die Zusammenstellung war originell, überraschend und äusserst inspiriert – zeitgenössische Musik fand am Samstagabend ebenso Platz wie Klassiker, und da viele der bekannten Melodien neu arrangiert wurden, überraschte jedes Stück auf seine Weise. Auch der unverwüstliche Johann Strauss durfte nicht fehlen. Seine Polka «Unter Donner und Blitz» mag man oder nicht, das Arrangement und das Spiel überzeugte aber alle Anwesenden, auch wenn die Komposition in die endlose Reihe von lustigen Polkas und beschwingten Walzer gehört, eine Tatsache, die von der Harmoniemusik Zug und dem Arrangeur Alfred Reed elegant aufgefangen wurde: Mittels Fotoblitz erzeugte man die Illusion von Blitz, eine Windmaschine sorgte für entsprechendes akustisches Flair, und die Musiker am Schlagwerk stellten ihr Können unter Beweis. Überhaupt fiel einmal mehr auf, auf welch hohem Niveau die Musiker der Harmoniemusik Zug spielten.

Origineller Instrumenteneinsatz

Noch spannender als der Einsatz der Windmaschine und die so erzeugte visuelle Animation war der des «Waterphone». Dies ist eine Art akustisches Schlag- und Streichinstrument, bestehend aus einer Schale mit zylindrischem Hals und Bronzestäben um den Rand der Schale. Im Falle des Konzertes am Samstagabend wurden diese «Resonanzstäbe» mit einem Geigenbogen gestrichen, was einen faszinierenden, Science-Fiction-mässigen Ton erzeugte. Das Instrument wurde erst 1969 von Richard Waters erfunden und kommt seither vor allem in der Filmmusik bei Horrorfilmen zum Einsatz. Am Samstag zog es den Feuervogel unter anderem zu einem Vulkan, musikalisches Umsetzungen zu diesem Thema gibt es viele, die Harmoniemusik Zug entschied sich für «Tanz auf dem Vulkan», bekannt durch den vor vier Jahren verstorbenen Sänger Udo Jürgens. Auch bei diesem Stück war das Arrangement und die Darbietung überzeugend, nichts da von Schlager – dafür aber hinreissende Bläser, atemberaubendes Schlagwerk und mitreissende Soli.

Nach der Pause – bei Kaffee und Kuchen – ein weiterer Klassiker: Mani Matters «Zündhölzli». Danach reihten sich Hits aus Rock und Pop aneinander – auch Hans Zimmer durfte nicht fehlen, sein «Backdraft» aus dem gleichnamigen Film passte bestens zum Leitsujet des Abends. Und mit Igor Strawinskis «Feuervogel» schaffte die Harmoniemusik Zug schliesslich eine sichere Landung, wobei diese keine Überraschung war, denn der ganze Flug des Feuervogels war eine runde und äusserst präzise Leistung.

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