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FASNACHT: 550 Kinder beweisen sich als Fasnächtler

Die Mädchen geschminkt und als Schneeflocken verkleidet, die Buben als stolze Schneemänner mit riesiger Larve: Schon die Oberägerer Grundschüler zeigten am Kinderumzug ihr Potenzial als grosse Fasnächtler.
Kinder laufen verkleidet durch die Strassen von Oberägeri am Umzug von den Legoren. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Kinder laufen verkleidet durch die Strassen von Oberägeri am Umzug von den Legoren. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Insgesamt zogen am Sonntagnachmittag in klirrender Kälte rund 550 gut gelaunte bis übermütige Kinder durch die Strassen des Dorfes. Die beiden Guggenmusiken F?Ägerer und Papageno sorgten für den fetzigen Sound. Die Tambouren der Legorengesellschaft führten den Umzug an – und zeigten, was Sache ist. Dicht gedrängt verfolgten die Zuschauer das Geschehen am Strassenrand. Von den kleinsten Teilnehmern – die Spielgruppe zeigte sich als Käfer – bis zu den grössten der Oberstufe waren die Kinder und Jugendlichen mit vollem Eifer dabei.

Toter Chüngel lässt rätseln
Die Ironie und der Humor, auch der etwas schräge, kamen nicht zu kurz. Und es durfte gerätselt werden. So fragte sich das halbe Dorf, was es mit dem Umzugsteilnehmer auf sich hatte, der mit einem geschlachteten Kaninchen hantierte. Nahm er Bezug auf ein Ereignis in einer Nachbargemeinde? Hatte das mit den Hunden zu tun, die in den vergangenen Monaten im Ägerital und dem Zuger Berggebiet Kaninchen rissen? Die Antwort ist einfach: Es ging um die Kochschule. Von Humor und Ironie zeugte auch die Nummer der 1. Oberstufe, die sich mit der im Dorf nicht unumstrittenen Seeufergestaltung, die auch ein Schwimmbad beinhaltet, auseinandersetzte.

«Zwar ein kleiner Fisch, aber ein ganz fetter», stand in grossen Lettern, wohl in Anspielung auf Oberägeri, auf dem Wagen. Eindrücklich waren auch der Wagen und die Nummer zur Minarett-Initiative. In der Bibel werden aus Schwertern Pflugscharen, in Oberägeri aus Schirmen Minarette.

Das Motto des Umzugs hiess harmo(s)nisch, womit sich die Schule über sich selbst lustig machte. Die Abstimmungsvorlage wurde auch in Oberägeri wuchtig verworfen. Die Ansicht, dass die Schüler mit vier Jahren noch etwas jung für die Einschulung seien, kam in mehr als einer Nummer zum Ausdruck. Der Schnuller war denn auch omnipräsent.

Mehr Zuschauer als üblich
Nach dem Umzug gabs in der Maienmatt ein Zvieri. Zuschauer waren des Lobes voll. «Der Umzug zeigte, wie intensiv sich die Lehrer mit den Kindern in der Schule Oberägeri abgeben», sagte Rolf Iten. Bruno Beer fiel etwas anderes auf: «Eindrücklich, wie die Zuschauer mitmachten.»

Legorenvater Michi I. Rogenmoser, der den Umzug im Kreise des Legorenrates und flankiert von seinen beiden Ehrendamen Linda Rapp und Angie Blattmann erlebte, freute sich an den dichten Zuschauerreihen und dem Engagement der Schule. «Es hatte wohl noch mehr Zuschauer als üblich, obwohl der Umzug heuer wegen der Schulferien vorgezogen wurde.»
Der nächste Kinderumzug findet in fünf Jahren zum 180-Jahr-Jubiläum der Legorenfasnacht statt. Die Grundschüler, die dieses Jahr noch brav mitmarschierten, werden dann wohl bereits ein Gaudi veranstalten. Wie richtige Oberägerer Fasnächtler eben.

Thomas Wyss

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