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FASNACHT: Basteln für die närrischen Tage

Die Schule hat sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich verändert. Trotzdem scheint die fünfte Jahreszeit einen wichtigen Stellenwert zu haben. Zeit und Geld reichen, um gebührend mitzumachen.
Zoe Gwerder
Wenn keine Schulferien sind, gibt es am Baarer Kinderumzug immer viele Sujets der Schule zu bewundern. (Bild: Werner Schelbert (27. Februar 2017))

Wenn keine Schulferien sind, gibt es am Baarer Kinderumzug immer viele Sujets der Schule zu bewundern. (Bild: Werner Schelbert (27. Februar 2017))

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Die Schulen haben bei der Fasnacht einen wichtigen Stellenwert – werden doch in vielen Gemeinden ein Grossteil der Umzugsnummern von Lehrern und deren Schülern bestritten. So wird man in diesem Jahr, in dem die Fasnacht mitten in die Schulferien fällt, das Fehlen der Schülernummern am Umzug deutlich merken. Anders als das Schulsystem hat sich das Fasnachts-Basteln in den Schulen aber offenbar nicht gross gewandelt. So jedenfalls in den Gemeinden Baar, Zug und Unterägeri, die alle einen separaten Kinderumzug haben.

Dies bestätigt unter anderem Rahel Kaufmann. Sie unterrichtet seit 24 Jahren in Baar und ist inzwischen auch im schulinternen Fasnachts-Organisationskomitee. «Um die Baarer Fasnacht habe ich keine Angst», sagt sie. Das Budget sei seit jeher sehr grosszügig, und man werde von vielen Gewerbebetrieben auch unterstützt. Ein Teil der Arbeit sei gar eher einfacher geworden: «Durch das Internet findet man gewisse Materialien besser und viel schneller.» Zudem machen es Plastiksäcke, die man inzwischen in allen Farben kaufen kann, den Lehrpersonen einfacher. «Früher setzte man sich als Lehrer noch an die Nähmaschine, um die 24 Gwändli zu nähen.» Aber natürlich komme es immer auf die Lehrperson an, so Kaufmann. Mann könne es fast nicht vermeiden, dass man während der Vorbereitungen auch mal am Wochenende in die Schule müsse, um noch kurz mit dem Heissleim den Bastelarbeiten nachzugehen oder Ähnliches, das nicht alle gemeinsam machen können. Denn oft sei es auch räumlich einfach ein wenig eng.

Dies ist wohl auch der Bereich, der sich am ehesten gewandelt hat – der Platz. Zumindest in der Stadt Zug. So sagt es Theo Auf der Maur, der dort seit 17 Jahren als Lehrer tätig ist. «Der Platz, um Sachen trocknen zu lassen oder sie schlicht und einfach während der übrigen Stunden aufzubewahren, wird immer weniger.» Gerade wenn im Schulhaus mehrere Klassen gleichzeitig mit Kleister arbeiten oder grossflächig Sachen bemalen, könne es ziemlich eng werden. «Irgendwie geht’s aber immer.» Auf der Maur ist ein begeisterter Fasnächtler, weshalb bei ihm auch meist mit der grossen Kelle angerührt wird. Für ihn sei es positiver Stress. «Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es für andere Lehrer, die nicht so Fasnächtler sind, ziemlich stressig und schwierig sein kann.» Doch das ist wohl seit jeher der Fall.

Lehrer stammen öfter aus anderen Dörfern

Etwas grösser ist der Wandel in Unterägeri. Schulleiter Daniel Müller arbeitet dort seit 30 Jahren. Der Kinderumzug, der früher auch gut durch Nummern von Primarklassen abgedeckt war, hat heute hauptsächlich noch Nummern von Kindergartenklassen. Der Grund liegt in der gewandelten Bevölkerungsstruktur, wie er sagt. «Früher unterrichteten die Lehrer noch viel öfter dort, wo sie lebten. So waren sie stärker mit den örtlichen Bräuchen verwachsen.» Auch bei den Eltern und Kindern gab es aber einen Wandel. «Viele Familien in Unterägeri sind zugezogen – viele auch aus dem Ausland. Ein Grossteil der Kinder ist deshalb weniger oder gar nicht mit unseren Bräuchen vertraut. So hat man auch die lange als Tradition geführte Schulfasnacht, welche etwa alle fünf Jahre einmal stattfand, nicht mehr weitergeführt. «Das Bedürfnis war nicht mehr da», so Müller. Er betont aber, dass es auch viele Zuzüger gibt, die es schätzen, dass sie und ihre Kinder über die Schule in die lokalen Bräuche und Traditionen eingeführt werden.

Und die Rahmenbedingungen der Schule werden wohl auch künftig – mit dem neuen Lehrplan 21 – die Teilnahme von Schulklassen an der Fasnacht ermöglichen. Dies bestätigen alle drei Lehrpersonen. Gemäss Daniel Müller könnte es mit dem neuen System gar noch besser gehen. «Der Lehrplan 21 bietet eine hervorragende Grundlage, um sich im Bereich der verschiedenen Kompetenzen mit einem Fasnachtsprojekt auseinanderzu- set­zen.» Zudem fördere der Lehr­plan Projekte, die über den normalen Unterricht hinausgehen.

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