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Kolumne

Fasnacht im Wandel der Zeit

Redaktorin Zoe Gwerder erzählt, wie sie mehr und mehr zur richtigen Fasnächtlerin wurden - aber der Start war eher harzig.
Zoe Gwerder
Fasnacht Redaktoren: Zoe Gwerder (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 25. Februar 2019))

Fasnacht Redaktoren: Zoe Gwerder (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 25. Februar 2019))

Fasnacht war für mich, seit ich denken kann, das Grösste. Der Start war allerdings harzig. So gerne wäre ich schon in der Spielgruppe mit auf dem Wagen gewesen, der uns durch das Dorf fuhr – nur lag ich krank im Bett. Dasselbe wiederholte sich im Kindergarten. In der ersten Klasse war ich während der Fasnacht gesund – doch wir liefen nicht am Umzug mit. In der zweiten dann wieder dasselbe – krank zu Hause, während meine Kollegen in grossen Zylindern versteckt durch das Dorf liefen. So ging es weiter. Erst in der fünften Klasse war es mir erstmals möglich, am Umzug mitzumachen.

So richtig loslegen konnte ich in der Oberstufe, als wir die ersten Bälle entdeckten. Glücklicherweise schaute man damals noch nicht so auf das Alter, und so waren wir schon am Feuerwehr- oder Turnerball, ohne das zarte Alter von 16 erreicht zu haben. Hits wie «Völlig losgelöst» oder «99 Luftballons» sind für mich fest mit dieser Zeit verbunden.

Und dann verschlug es mich in eine Gugge. Von da an hat sich bei mir das Fasnachtsvirus so richtig eingenistet. Die Proben, die Vorfasnacht und dann der Höhepunkt: die Fasnachtswoche. Eine Woche lang musizieren. Eine Woche lang mit denselben Leuten durch die Gassen ziehen. Eine Woche lang nicht überlegen, was anzuziehen ist. Eine Woche lang, Pommes, «Ghackets mit Hörndli» und Hamburger – zum Zmorge, zum Zmittag, zum Znacht und immer mal wieder zwischendurch. Während 13 Fasnachtswochen – immer und immer wieder.

Doch alles hat ein Ende – nur die Fasnacht nicht. Als ich plötzlich an den Bällen auch im Kanton Zug kaum noch jemanden kannte und mir auch Ende Jahr viele Namen neuer Mitglieder nicht bekannt waren – das nach rund einem halben Jahr mit Probe, Weekend und Fasnacht – war für mich klar, dass es nun Zeit ist.

Doch wie Fasnachten wenn nicht in einer Gugge? Plötzlich wieder überlegen, wo man an den Tagen hin will, mit wem und vor allem in welchem Kostüm?! Nun nach bald zehn Jahren darf ich sagen, dass ich mich während der fünften Jahreszeit langsam auch ohne die Gruppe gut zurechtfinde – nicht dass ich bisher verloren durch die Fasnachtstage gestolpert wäre. Doch so richtig in die neue Situation eingelebt, und erkannt, dass jede Zeit seine Zeit hat, habe ich mich wohl erst seit ein oder zwei Jahren. Ja, die Fasnacht hat sich für mich gewandelt – bleibt aber trotzdem ein Höhepunkt im Jahr.

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