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FASNACHT: «Thematisieren, was die Leute bewegt»

Die meisten Umzüge im Kanton Zug sind bereits über die Bühne. Nicht alle haben das gezeigt, wor­über noch immer viele reden.
Wolfgang Holz
Die «MS Rigi» beim Umzug in Unterägeri. (Bild Roger Zbinden)

Die «MS Rigi» beim Umzug in Unterägeri. (Bild Roger Zbinden)

Es war nicht zu übersehen. Am grössten Fasnachtsumzug im Kanton Zug in Baar – spielte das meistdiskutierte Thema der letzten Wochen am vergangenen Sonntag so gut wie keine Rolle: der sogenannte Zuger Sexskandal. Dabei fiel speziell auf, dass eine Gruppe beim Baarer Umzug einen anderen auswärtigen Sexskandal – nämlich jenen von Stadtammann Gery Müller aus Baden, der als Puppe auf einem Wagen durch die Strassen defilierte – riesig drapierte. Und das mit besonders deftiger Symbolik. Die Zuger Affäre zwischen den beiden Politikern Jolanda Spiess-Hegglin und Markus Hürlimann hingegen, die sich bei der Landammannfeier im Dezember offensichtlich nahegekommen waren, blieb am Umzug Fehlanzeige. Gerüchte haben sogar die Runde gemacht, die Baarer Fasnachtsgesellschaft habe verboten, das heikle Sujet auf einem Wagen zu thematisieren. Doch dies dementieren die Verantwortlichen der Baarer Fasnachtsgesellschaft klar und deutlich. «Es war nicht verboten, einen Wagen zu diesem Sujet anzumelden», erklärt Marco Fischer, Umzugschef der Baarer Räbefasnacht. Man habe einfach alle Anmeldungen entgegengenommen. Und alle angemeldeten Wagen hätten beim Umzug dann mitmachen dürfen. «Ich finde das Thema eh nicht so lukrativ.»

Witz auf K.-o.-Tropfen

Auch Räbevater René III. Simmen widerlegt das Gerücht und betont, es sei nichts verboten gewesen. «Es ist ja kein Muss, dass zu diesem Thema ein Wagen beim Umzug mitfährt dies müssen die Gruppen, die mitmachen, selbst entscheiden», so René III. Simmen. Das Baarer Fasnachtsoberhaupt, das bei seiner Inthronisation als Räbevater über K.-o.-Tropfen einen Witz gemacht hatte, findet, dass ein Umzug nicht unbedingt der geeignete Rahmen für dieses Thema sei. «Man kann das ja in Ansprachen oder bei ähnlichen Situa­tionen einfliessen lassen.» Fakt ist, wie hinter den Kulissen zu erfahren war, dass der sogenannte Zuger Sexskandal im Vorstand der Baarer Fasnachtsgesellschaft anscheinend nie ein offizielles Thema war.

Niemanden beschuldigen

Bei einigen anderen Umzügen im Kanton Zug wurde das Geplänkel zwischen der grünen-Kantonsrätin und ihrem SVP-Kollegen sehr wohl zum Thema gemacht: in Zug beim grossen Letzibuzäli-Umzug mit 10 000 Zuschauern, in Cham, Menzingen, Morgarten, Allenwinden dort, wo Markus Hürlimann wohnt – und in Unterägeri. Und das mit mehr oder weniger einfallsreichen Darstellungen und entsprechenden Kommentaren. In Menzingen sorgten Beat Betschart und seine Gruppe Gschwend von der örtlichen Feuerwehr mit einer nachgebauten «Schiff»-Bar für eine Überraschung beim Nachtumzug am Samstag durchs Dorf. «Wir denken, Fasnacht darf thematisieren, was die Leute bewegt», sagt Betschart. Dabei wollten er und seine Gruppe niemanden beschuldigen – «denn es geht ja noch um ein laufendes Verfahren.» Der «Schiff»-Wagen, an dessen Bug quasi ein Herz in Form einer parteiübergreifenden Verschmelzung prangt, sei ja nur beim Menzinger Nachtumzug mitgefahren. Auch für Martin Kempf, Präsident der Menzinger Fasnachtsgesellschaft Roter Hahn, steht fest: «In der Fasnacht muss es Platz für alles haben, bei uns werden Wagen nicht zensiert.»

Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
Fasnachtsumzug Baar 2015 (Bild: Maria Schmid)
15 Bilder

Umzug in Baar

Wagen auch heute in Hünenberg

Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Auch beim heutigen Umzug der Eichezunft in Hünenberg wird ein Wagen einer Gruppe aus Cham mit dabei sein, der das Duo Hürlimann-Spiess karikiert. «Man darf so ein Thema schon in der Fasnacht bearbeiten», findet Eichezunftpräsident Michael Werder. Allerdings sollte dies auf intelligente und nicht zu derbe Art und Weise geschehen. «Auch bei den Schnitzelbänken machen wir das Sujet nicht zum eigentlichen Thema, sondern kommen immer wieder wie beiläufig darauf zu sprechen.» Und Werder betont: «Wir lassen bei den Schnitzelbänken auch die Formulierung einfliessen: ‹Wir vermuten ...›»

wolfgang holz

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