Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

FASNACHT: «Wir haben keinen Grund, dies zu überdenken»

Die Narrengottesdienste haben in der Region Zug Tradition. Wem das nicht passt, muss nicht gehen.

«Wir feiern am Samstag bereits die 18. ökumenische Gottesdienstfeier für Narren. Es gibt keinen Grund, sie zu überdenken», sagt der katholische Gemeindeleiter Markus Burri aus Unterägeri. Trotz der durch das Bistum Chur entbrannten Diskussion rund um die Fasnachtsgottesdienste könne er voll dazu stehen, es gehe ehrfürchtig und nicht ketzerisch zu. «Mir ist auch stets ein Anliegen, dass die Guggenmusiker in Würde kommen.» Das Narrenvolk schätze den Anlass. Doch: «Es gibt konservative Kreise, die nicht kommen, und Reklamationen gibt es wenig», so Burri.

In Rotkreuz beliebt
Auch in Rotkreuz hat die ökumenische Fasnachtsgottesdienstfeier Tradition. Am Freitagabend wird Pastoralassistent Hanspeter Gloor zusammen mit der Guggenmusig Ohregröbler den Anlass in der katholischen Kirche gestalten. Er findet die durch das Bistum Chur entbrannte Diskussion rund um die Fasnachtsgottesdienste schade. Vom Bistum Basel, zudem Zug gehört, habe es noch nie Probleme gegeben.

«Die Guggenmusik spielt im Chor, und die Musiker engagieren sich zudem bei den Gebeten. Sie nehmen das wirklich ernst», hat Gloor festgestellt. Als Thema hat er «Farbenfrohe Schöpfung Gottes» gewählt. «Ich will von der Urschöpfung mit ihrem Licht und den Farben zur frohen Botschaft des Evangeliums überleiten und darauf hinweisen, dass die Christen fröhlich sein dürfen», sagt Gloor. Er gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er von den schönen Kostümen der Fasnächtler spricht, deren Farben die Lebensfreude widerspiegelten.

«An der Kirchentüre hört das Menschsein nicht auf. Wenn man die Kostüme in der Kirche verbieten würde, hätte ich schon Mühe», ergänzt Gloor. Die Fasnachtsfeier sei ein beliebter ökumenischer Anlass, den man würdig feiere. «Wir hatten hier noch nie ein Problem damit. Es wird auch diesmal ein wunderschöner Gottesdienst, im Anschluss organisiert die Guggenmusig einen Apéro.» Da sich der Walchwiler Pfarrer in der Weiterbildung befindet, äusserte sich Kirchenratspräsident Josef Traxler zum Fasnachtsgottesdienst, der am Sonntagvormittag stattfindet. «Der Familienanlass ist Sache des Pfarrers, er muss das verantworten. Und ohne ihn geht es nicht.» Er selber habe noch nie teilgenommen. Doch Traxler weiss, dass die Kinder gerne kostümiert kommen und die Guggenmusig spielt. Für Traxler ist es ein normaler Gottesdienst – «mit einer anderen Dekoration».

Die Fasnachtsgottesdienste seien nicht bei allen ein Bedürfnis. «Doch man kann ja wählen, ob man am Samstag oder am Sonntag in die Kirche geht.» Wegen der laufenden Diskussion werde das Thema an der nächsten Kirchenratssitzung einmal grundsätzlich hinterfragt.

Monika Wegmann

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.