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FASNACHTSMAGAZIN: Hier steht alles geschrieben, was andere nur zu denken wagen

Nach 50 Jahren EVZ gibt es schon wieder ein Jubiläum: Das Feuerhorn erscheint bereits zum 125. Mal. Die dort arbeitenden Journalisten nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau, aber ihre «falschen» Nachrichten sind jedoch meist Tatsachen.
Die 125. Ausgabe von «das Feuerhorn» wagt einen umfassenden Blick in den Wahlherbst. (Bild: PD)

Die 125. Ausgabe von «das Feuerhorn» wagt einen umfassenden Blick in den Wahlherbst. (Bild: PD)

Vergessen Sie die «Panama Papers» und die «Paradise Papers». Namen mit Zuger Bezug tauchen dort auch des Öftern auf, doch das Fasnachtsmagazin «Das Feuerhorn» scheint im Kanton wahrlich über das bessere Netzwerk zu verfügen, als all die Journalisten, welche auf exotischen Inseln nach Firmen und Menschen suchen, die es mit dem Gesetz oder der Moral nicht so ernst nehmen.

So haben es die hart recherchierenden Feuerhörner in ihrem Newsroom endlich aufgedeckt, wieso der Baarer Bauchef Paul Langenegger aus dem Organisationskomitee für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug im nächsten Jahr geschieden ist. Es war nicht die Arbeitsbelastung, die den Vater des ESAF weggespült hat, sondern hochprozentiges Wasser und eine Nachtstatt ohne alles. An diesem grossen Schwingfest gibt es zudem einen neuen Leckerbissen aus dem Hause Speck. Nein, nicht die Hanf-Quadrate. Vielmehr zeigen sich die Speck(lis) nun mit einer neuen Zutat: Sägemehl. Das Feuerhorn weiss: «Sie haben eines schon mal gemeinsam: Ihr Genuss ist nur ratsam, wenn der Esser genügend Bier oder Wasser zur Hand hat.

Eine wirklich mal spannende Auswahl

Prominent bringen die Feuerhörner eine Einschätzung, welche Folgen die Wahlen für das Stadtpräsidium für ihre Bürger haben. Die vier Kandidaten werden kurz und sehr tief schürfend vorgestellt. Dies wohl auch mit dem Hintergrund, dass je länger eine Sache gekocht wird, desto wilder der Hahnenkampf äh, Hennenkampf wird. Es haben ja bis jetzt drei Männer und eine Frau sich dahingehend geäussert, dass sie gerne der/die Stadtchef(in) werden würden. Interessant dabei: Die Partei, die den gegenwärtigen Stadtpräsidenten stellt, kommt zwar auch vor, aber fast nur im Titel «Dolfis Erben». Es wird sogar orakelt, dass der SP noch viel schlimmeres Unheil bevorstehen könnte.

Die Feuerhorn-Redaktion schafft es auch, eine internationale Story auf den kleinräumigen Kanton Zug herunterzubrechen. Aus «#MeToo» macht die Postille doch glatt «#WeToo». Sie wagt zu kommentieren, dass «gerade selbstbewusste Frauen durch dieses Affentheater zu hilflosen Wesen degradiert werden». Obwohl beim Kanton Ebbe in der Kasse ist, wird trotzdem ein neue Institution geschaffen: das Amt für Geschlechterschutz mit dem Kürzel AFGUTZ. Die dort Tätigen haben denn auch schon mal einen Knigge geschrieben, was zu tun ist, um ja in kein Fettnäpfchen zu treten.

Apropos sparen. Das Feuerhorn deckt auf, dass die vier Zuger Regierungsräte Urs Hürlimann, Beat Villiger, Stephan Schleiss und Heinz Tännler nach dem Regierungsratsreisli noch im «Chübel» gelandet seien. Wie das Fasnachtsblatt herausbekommen hat, hätten sie mit einem Rotweinglas an der Seite gejasst. Die «Glorreichen Vier», so ist zu lesen, hätten dann die Rechnung von 1200 Franken für den Rebensaft unbürokratisch dem Landschreiber Tobias Moser zugeschickt. Dieser habe das Begehren gewissenhaft mit der Bitte an die Absender zurückgeschickt, den Ausstand doch selber zu begleichen. Wie die hohen Herren darauf reagiert haben, ist dem Feuerhorn dann leider nicht mehr zu Ohren gekommen.

Wenn Journalisten etwas nicht mögen, ist es das: In einer anderen Postille steht doch schwarz auf blau, dass die Zuger Zeitung ein neues Fasnachtskonzept geschaffen habe. Sie würde jetzt «Fasnachts-Fake-News» verbreiten. Die Feuerhorn-Macher befürchten nun die Konkurrenz im eigenen Kanton in der Disziplin «verdrehte Tatsachen». Und es gibt sogar indirekt gleich ein Lob des Feuerhorns für die neue Rubrik: In einen Text über die Inthronisation in Hünenberg seien gleich ein paar Unwahrheiten gepackt worden.

Auch der Umstand, dass die Zuger-Zeitungs-Texte, auch dieser, in Bosnien-Herzogowina Korrektur gelesen werden, ist, dem Feuerhorn zu Ohren oder besser zu Augen gekommen. Es gibt dann gleich eine Lektion in Bosnisch. So wissen wir nun, dass, wenn im Namen Bostadel der erste Buchstabe durch ein P ersetzt wird, am Ort unserer Korrektoren und Korrektorinnen nicht Bahnhof, sondern «Nadeln stecken» verstanden wird.

Ein etwas anderer Blick in die Zukunft

Etwas versteckt, aber nicht minder aktuell ist eine Einschätzung der Feuerhorn-Rechercheuren, wie die Erneuerungswahlen in den Zuger Gemeinden herauskommen werden. So steht im Artikel geschrieben, dass in Walchwil der Zustand drohe, dass allenfalls keiner mit einem alteingesessenen Namen bald am Zugersee-Ost das Sagen hat. Aber noch ist ja etwas Zeit zur Sache von Kandidaten.

Aber neben den jetzt erwähnten Feuerhorn-Sprachfetzen gibt es noch viel mehr, das eine Lektüre wert ist. Ob es das Medium Feuerhorn auch als E-Paper gibt, konnte am Donnerstag leider nicht verifiziert werden. Alle investigativen Journalisten sind an der Fasnacht. (mo)

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