In Neuheim sind fast 100 neue Wohnungen geplant

Auf den wohl letzten grossen freien Baulandflächen sollen zwei insgesamt 17 Häuser umfassende Überbauungen entstehen. Manche Gebäude sind grösser, als bei der Regelbauweise vorgesehen.

Raphael Biermayr
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Auf dem Areal Felderhus nahe der Lindenhalle (hinten rechts) sollen sieben Häuser entstehen. (Bild: Stefan Kaiser, Neuheim, 17. April 2019)

Auf dem Areal Felderhus nahe der Lindenhalle (hinten rechts) sollen sieben Häuser entstehen. (Bild: Stefan Kaiser, Neuheim, 17. April 2019)

Wenn in den letzten Jahren die Frage nach freiem Bauland im diesbezüglich armen Neuheim aufkam, wurde stets auf die Wiese zwischen Neuhofstrasse und Sportanlagen verwiesen. Anfang der 1990er-Jahre wurde das Gebiet an die Kanalisation angeschlossen, Ende der 1990er-Jahre folgte dank erwähnter Strasse auch der Anschluss des zuvor landwirtschaftlich geprägten Flecks an das Dorf. In der Folge entstanden Häuser, die Lindenhalle und erwähnten Sportanlagen. Nur die Wiese, sie blieb.

Aber nicht mehr lange, geht es nach der im vergangenen Jahr gegründeten Felderhus AG, der Bauherrin. Auf den rund 9600 Quadratmetern sind 44 Wohnungen in sieben Häusern sowie zwei Tiefgaragen geplant. Die Letztgenannten sollen beide über eine Rampe an der Neuhofstrasse erschlossen werden und sind durch einen Tunnel miteinander verbunden. Im Planungsbericht ist zu lesen, dass der Gemeinderat erwägt, auf der Strasse die Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer herunterzusetzen.

Eigentum ist Trumpf

Dem Baugesuch liegt ein einfacher Bebauungsplan zugrunde. Mit diesem wird versucht, in Bezug auf die Gebäudehöhe, die Ausnützungsziffer sowie die Abstände zwischen den Häusern vorteilhafte Abweichungen im Vergleich zur Bauordnung zu erzielen, geht aus den Unterlagen hervor. Wegen der Hanglage sind die Häuser unterschiedlich hoch, die höchsten messen 16,5 Meter.

Während für das Baugesuch des auf rund 19 Millionen Franken veranschlagten Projekts die Einsprachefrist bereits abgelaufen ist, liegt der Bebauungsplan noch bis zum 29. April auf. Es sind ausschliesslich Eigentumswohnungen mit 3 ½, 4 ½ und 5 ½ Zimmern vorgesehen. Übrigens: Die Bezeichnung «Felderhus» ist gemäss dem Portal ortsnamen.ch mangels Belegen nicht auf frühere Bewohner namens Felder zurückzuführen. Es handle sich vermutlich schlichtweg um die Bezeichnung einer früheren Liegenschaft auf dem Ackerland, also in den Feldern.

Ein weiterer Profilstangenwald ist derzeit im Unterdorf zu sehen. In direkter Nachbarschaft zur 2015 an der Säntisstrasse fertiggestellten Überbauung sollen bis Ende 2021 in sechs Mehrfamilienhäusern 49 Wohnungen entstehen. Ausserdem sind im Rahmen des «Lamat» genannten Projekts vier Reihen-Einfamilienhäuser geplant. Dem Baugesuch zufolge sind für die Bauten – mitsamt Tiefgarage – Kosten von fast 30 Millionen Franken veranschlagt.

Wie beim Projekt Felderhus, liegt auch bei der «Lamat» zeitgleich der einfache Bebauungsplan im Neuheimer Gemeindehaus öffentlich auf (bis zum 13. Mai). Jenem ist zu entnehmen, dass unter anderem bezüglich Länge und Höhe mancher Häuser von der Norm abweichende Bestimmungen gelten sollen. Der Wohnungsspiegel weist Objekte in der Grösse von 1 ½ bis 5 ½ Zimmern aus.

Für die kleinste Gemeinde im Kanton Zug würden die Bezüge sämtlicher geplanter Wohnungen eine stattliche Erhöhung der Einwohnerzahl bedeuten. Jene lag Ende 2018 gemäss der Zuger Fachstelle für Statistik bei 2255. Nach Auskunft von Finanzchef Marcel Güttinger – er sprach im Zusammenhang mit der kürzlich präsentierten Rechnung 2018 davon – schätzt der Gemeinderat die durch die neuen Überbauungen angezogenen Personen auf 150. Angesichts von allein 93 Wohnungen handelt es sich dabei um eine sehr vorsichtige Schätzung.