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Kolumne

Die Faszination der alten Kunst

Redaktor Andreas Faessler wirft einen «Seitenblick» auf die Kunst und gesteht, dass er nicht gerne in der Schlange steht.
Andreas Faessler
Redaktor Andreas Faessler (Bild: Maria Schmid)

Redaktor Andreas Faessler (Bild: Maria Schmid)

Es erstaunt (und freut) mich immer wieder zu sehen, wie gross der Ansturm auf namhafte Museen rund um den Erdball ist. Da ziehen sich die Schlangen an den Kassen zuweilen ins Endlose. Mein erster Anlauf für den Prado in Madrid seinerzeit scheiterte an meiner fehlenden Bereitschaft, mich in die Schlange einzureihen, die einmal um den halben Museumskomplex reichte. Dasselbe Phänomen, als ich zum ersten Mal die Vatikanischen Museen sehen wollte. Im Louvre wird man in der Kassenhalle fast niedergetrampelt, für die Albertina in Wien braucht es besonders viel Geduld, wenn etwa die Dürers aus dem Fundus geholt werden, und die aktuelle Bruegel-Sonderausstellung im Kunsthistorischen Museum ebenda konnte ich mir im vergangenen Dezember ans Bein streichen – auf zwei Monate ausgebucht.

Es fällt auf: Dieser Besucherstrom verzeichnen hauptsächlich Museen, in denen die klassische, alte Malerei hängt. Jeder will Rembrandt sehen, vor Raffael und Caravaggio verweilen die Menschen in Ehrfurcht, Tizian beeindruckt nicht minder, und ein Michelangelo zieht jeden in seinen Bann. Oder bei da Vincis «Mona Lisa» oder dessen «Letzten Abendmahl» darf sich glücklich schätzen, wer wenigstens einen kurzen Blick drauf werfen kann. Auch Vertreter jüngerer Epochen wie Klimt, Waldmüller, Gauermann oder gar der «altmodische» Kremser Schmidt sind vor allem in Wien Dauerbrenner und Besuchermagnete.

Seit über 100, 200, 300 und mehr Jahren ziehen die Werke alter Meister die Aufmerksamkeit der breiten Masse auf sich, sorgen für beispiellose Anstürme, erst recht, wenn sie im Rahmen von thematischen Sonderschauen neu präsentiert werden, wie derzeit die erwähnte von Bruegel in Wien. Die Kunst vergangener Jahrhunderte ist mit Zeitlosigkeit gesegnet. Man wird sie auch in Zukunft unvermindert bewundern.

Das Gebiet der modernen, zeitgenössischen Kunst scheint da wie eine Gegenwelt. Sie hat selbstverständlich – und zum Glück – genauso ihre Bewunderer, Anhänger und Sammler. Dennoch: Eher selten muss man sich für ein Ausstellungsticket stundenlang anstellen, um sie zu erleben. Ich wüsste zu gerne, wie die moderne Kunst in 100, 200 und mehr Jahren von unseren Nachfahren rezipiert wird, ob sie dieselbe Wertschätzung erfährt wie heute die alten Meister.

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