FDP-Präsident legt Romer den Rücktritt nahe

Die Vorwürfe an den Zuger Finanzvorsteher sind happig. Die Stadt Zug sieht aber keinen Handlungsbedarf. Auch bei Romers Aktivitäten als Vermögensverwalter gibt es Fragezeichen.

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FDP-Präsident Philipp Müller würde einen Rücktritt Ivo Romers begrüssen. (Bild: Keystone)

FDP-Präsident Philipp Müller würde einen Rücktritt Ivo Romers begrüssen. (Bild: Keystone)

«Es kann nicht sein, dass Ivo Romer nach diesen Enthüllungen weiter Zuger Finanzchef bleibt», sagt Philipp Müller, Präsident der FDP Schweiz. Romer müsse vom Amt suspendiert werden, bis die Untersuchungen abgeschlossen seien. Noch besser wäre es, «man würde ihn zum Rücktritt bewegen», so Müller. So weit kam es am Donnerstag nicht. Jedoch hat Romer in Absprache mit der Zuger FDP seine Parteimitgliedschaft sistiert. Des Weiteren meldete die FDP Zug am Freitagmittag, dass sie der Meinung ist, dass Ivo Romer sowohl aus politischer wie auch öffentlicher Sicht nicht mehr in der Lage sei, sein Amt glaubwürdig auszuführen. Somit erwarte sie den sofortigen Rückritt Ivo Romers als Stadtrat.

Keinen Handlungsbedarf sieht hingegen die Zuger Stadtregierung. «Ivo Romer hat alle Vorwürfe dementiert, und es gilt die Unschuldsvermutung», so Stadtpräsident Dolfi Müller. Einen Rücktritt könne und wolle der Stadtrat nicht fordern. Zumal sich Romer als Finanzvorsteher nichts zu Schulden habe kommen lassen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen FDP-Stadtrat Ivo Romer unter anderem wegen Veruntreuung. Die Anzeige geht von mehreren Millionen Franken aus, die der 48-Jährige von den Konten einer reichen Witwe abgezweigt haben soll, deren Vermögen er verwaltete. Dass Personen aus dem Umfeld von älteren, wohlhabenderen Personen sich bereichern würden, komme immer wieder vor, sagt ein Zuger Jurist. Typischerweise seien die Opfer alleinstehend, sozial isoliert und hätten von Finanzgeschäften nicht viel Ahnung.

Firma agierte womöglich illegal

Es gibt aber noch weitere offene Fragen. Denn offenbar war die Fidustra SA, deren alleiniger Inhaber Romer ist, bisher weder beim Verband Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV) angeschlossen, noch unterstand sie einer anderen vergleichbaren Organisation.

Jeder Finanzdienstleister, der Vermögensverwaltung betreibt, muss aber per Gesetz einer sogenannten Selbstregulierungsorganisation angeschlossen sein – «zwecks Kontrolle», wie Sergio Ceresola vom VSV in Zürich sagt. Ceresola zeigt sich äusserst erstaunt und irritiert. «Wenn sich jemand den Kontrollen entzieht, indem er sich weder einem Selbstregulierungsorgan anschliesst noch von der Finma beaufsichtigt wird, ist er womöglich illegal tätig», sagt er.

Pascal Imbach und Jan Flückiger

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