FECHTEN: Sie erklettert eine neue Karrierestufe

Manon Emmen­egger hat in der Junioren-Kategorie einen tollen Start hingekriegt. Sie darf an der Europameisterschaft teilnehmen und hat gute Referenzen.

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Das Baarer Fechttalent Manon Emmenegger ist im laufenden Jahr sehr gut unterwegs und hat nun bei den Juniorinnen gleich auf Anhieb zu überzeugen gewusst. (Bild Stefan Kaiser)

Das Baarer Fechttalent Manon Emmenegger ist im laufenden Jahr sehr gut unterwegs und hat nun bei den Juniorinnen gleich auf Anhieb zu überzeugen gewusst. (Bild Stefan Kaiser)

Marco Morosoli

Manon Emmenegger macht in ihrer Fechtkarriere einen weiteren Schritt nach vorne. In dieser Woche darf die Baarerin an den Europameisterschaften der Degenfechter in Maribor (Slowenien, siehe Box) teilnehmen. Für das bald 18-jährige Talent des Fechtclubs Zug ist es bereits die zweite Teilnahme an einem EM-Wettbewerb. Erstaunlich dabei: Sie startet jetzt in der Kategorie Junioren und gehört auf dieser Stufe zu den Jüngsten. Verdient hat sich Manon Emmenegger ihren Startplatz in der Schweizer Nationalmannschaft durch einen 15. Platz an einem Weltcup-Turnier im spanischen Burgos, der Anfang Februar stattgefunden hat. «Das Feld war stark. Die Konkurrenz mit 130 Kämpferinnen gross», sagt Manon Emmenegger stolz und fügt noch an: «Ich war damit die beste Schweizerin an diesem Turnier.» Und diese gute Rangierung hat ihr das Ticket für die Titelkämpfe in Slowenien gebracht. «Gerechnet habe ich mit diesem Aufgebot natürlich nicht.»

Dabei wird das Baarer Fechttalent sowohl im Einzelwettbewerb wie auch im Teamwettkampf im Einsatz stehen. Eine Rangprognose mag sie nicht machen, sie sagt einfach: «Ich will in Maribor Spass haben und in allen Kämpfen das Beste geben.»

Trainingsfleiss zahlt sich aus

Dass sich Emmenegger für die Europameisterschaften aufdrängen konnte, ist die Folge ihres grossen Trainingsfleisses. Obwohl der bekannte Schweizer Fechtlehrer Franco Cerutti nicht mehr beim Fechtclub Zug unter Vertrag steht, trainiert sie weiterhin mit ihm. Cerutti ist jetzt Juniorenverbandstrainer und bietet aber in dieser Funktion weiter Trainings an.

Um diese besuchen zu können, muss Manon Emmenegger viel reisen: «Ich trainiere derzeit in Biel, Zürich und in Lugano.» Für die Fahrten zu den Übungslektionen nimmt sie jeweils den Zug. Im Fechtclub Zug trainiert sie dann jeweils noch einmal in der Woche. Auch dort wird das junge Talent vom erfahrenen Gespann Istvan Katona und Miriam de Sepibus weiter gefördert. Die guten Trainingsmöglichkeiten haben denn auch schon Spuren hinterlassen. «Ich bin in Sachen Technik und Taktik besser geworden», sagt die Baarer Degenfechterin. Defizite sieht Emmenegger aber im mentalen Bereich: «Da muss ich noch stärker werden.»

Auch in der Schule gefordert

Erstaunlich bei Manon Emmenegger ist die Tatsache, dass sie nicht nur beim Fechten eine gute Figur macht, sondern auch in der Kantonsschule gute Leistungen erzielt. «Ich kann trotz meiner sportlichen Tätigkeit in der Schule gut mithalten», sagt Emmenegger. Bis jetzt habe sie für alle ihre Engagements von der Schule die notwendige Unterstützung erhalten. Dabei stehe ihr der Sportkoordinator der Kantonsschule helfend zur Seite, was sie zu schätzen weiss.

Erschwerend ist in diesem Jahr, dass Manon Emmenegger im Frühsommer noch die Maturaprüfung ablegen muss. Sie ist guter Dinge, dass sie auch diese Hürde überspringen wird. Ihre Maturaarbeit hat sie bereits verfasst. Emmenegger hat über «Die Trachtenvereine in Zug im Spiegel der geistigen Landesverteidigung» geschrieben. Die Wahl des Themas begründet Emmenegger so: «Ich hätte auch etwas übers Fechten machen können. Doch dies wäre doch zu klischeehaft gewesen.» Doch auch das Trachtenwesen ist der bald 18-Jährigen nicht fremd. Jeweils am Montag ihrem trainingsfreien Tag – macht sie bei einem Trachtenverein mit. Eigentlich hätte sie ihre Erkenntnisse über das Trachtenwesen im vergangenen Jahrhundert in dieser Woche vorstellen müssen, doch weil sie international im Einsatz ist, musste dieser Einsatz verschoben werden. Angst, dass sie wegen ihres sportlichen Efforts die Matura – sie belegt das Schwerpunktfach Biochemie – vermasseln könnte, hat Emmenegger nicht: «Ich habe eine schnelle Auffassungsgabe.» Und nicht nur das: Die Baarerin hat auch klare Vorstellungen, wie es mit ihr weitergehen soll. Nach dem Abschluss der Kantonsschule plant sie gleich im Herbst, ein Studium zu beginnen. Nur welches Fach sie belegen wird, hat sie noch nicht entschieden.

Weitere Turniereinsätze geplant

Doch vorerst gilt ihr Fokus nicht der Schule, sondern ihrer Passion Fechten. Nach dem heute stattfindenden Einzelwettkampf startet die Baarerin am Donnerstag mit dem Team. Da mutiert der Einzelsport zu einem Team-Event. Es gewinnt die Gruppe, die alles in allem am meisten Siege holt. Wobei jedes der vier Teammitglieder gegen alle Kämpfer des Gegners antritt.

Ausruhen kann Manon Emmenegger nach ihrem Einsatz an den Europameisterschaften aber nicht. Auf dem Heimweg macht sie noch Station beim Weltcup in Udine (Italien), der am kommenden Wochenende stattfinden wird. «Mit den internationalen Einsätzen ist es dann vorbei», sagt Emmenegger

Ein kommendes Ereignis hat sich das Talent schon jetzt in ihrer Agenda angestrichen. Am 18./19. April finden in der Zuger Sporthalle die Schweizer Meisterschaften der Senioren im Degenfechten statt, die der Fechtclub Zug organisiert. Und dort wird Manon Emmenegger wohl auch an den Start gehen und vielleicht wieder einmal für eine positive Überraschung sorgen.