FELDSTRASSE: Vier Hilfsbrücken müssen eingebaut werden

An den kommenden zwei Wochenenden werden über der SBB-Unterführung Feldstrasse in Zug vier Hilfsbrücken eingebaut. Der Bahnverkehr auf der vielbefahrenen Achse Zürich - Zug weitestgehend aufrecht erhalten bleiben.

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Die Situation bei der Unterführung Feldstrasse (Mitte). (Bild zugmap.ch)

Die Situation bei der Unterführung Feldstrasse (Mitte). (Bild zugmap.ch)

Auf der Baustelle der Nordzufahrt Zug/Baar steht die wohl heikelste Aufgabe bevor: der Einbau von vier Hilfsbrücken bei der SBB-Unterführung Feldstrasse in Zug. Die Aufgabe ist insofern besonders anspruchsvoll, als die Bauarbeiten den intensiven Bahnverkehr auf den Achsen Zürich - Luzern und Zürich - Gotthard nicht wesentlich beeinträchtigen dürfen, wie die Baudirektion mitteilt. Dies bedingt ein ausgeklügeltes Dispositiv, das auch mit Nachtarbeiten verbunden ist.

SBB-Unterführung Feldstrasse wird verbreitert
Die SBB-Unterführung der Feldstrasse konnte bis zur Sperrung im vergangenen Februar nur einspurig befahren werden. Eine Lichtsignalanlage regelte den wechselseitigen Betrieb. Mit dem Bau der Nordzufahrt Zug/Baar gewinnt die Feldstrasse nun aber an Bedeutung, indem sie die neue Kantonsstrasse in West-/Ostrichtung an die Baarerstrasse anbindet. Damit sie diese Funktion erfüllen kann, muss der Durchlass unter der Bahnstrecke Zug - Baar auf zwei Fahrspuren verbreitert und mit einem kombinierten Rad-/Gehweg versehen werden. Das heisst konkret: Die Unterführung wird von heute vier auf dreizehn Meter verbreitert und in der Höhe von 3.5 m auf fünf Meter ausgebaut.

Bevor die Unterführung auf die neuen Masse erweitert werden kann, müssen die bisherigen Deckenteile abgebrochen und die vier SBB-Geleise auf je einer Hilfsbrücke zwischengelagert werden. Diese vorfabrizierten Hilfsbrücken messen 17.5 Meter in der Länge und 2.5 Meter in der Breite. Nach dem Abbruch der alten Träger werden sie vom grössten Schienenkran der Schweiz in die Baulücken eingeschwenkt und an den Enden auf den Spundwänden aufgelegt, die in den vergangenen Monaten – zum Teil in Nachtarbeit – in den Untergrund getrieben wurden.

Erste Etappe: Zuschauende willkommen
Der Einbau der Hilfsbrücken erfolgt in drei Etappen. Die erste Etappe betrifft die Hilfsbrücken für die zwei Nebengeleise. Ihr Einbau behindert den Bahnverkehr nicht, sodass die Arbeiten vollumfänglich bei Tag durchgeführt werden können. Der Einbau dieser ersten zwei Hilfsbrücken erfolgt am Samstag, 18. Oktober 2008 zwischen 10.30 und ca. 20 Uhr. Die interessierte Öffentlichkeit wird Gelegenheit haben, die nicht alltäglichen Arbeiten zu verfolgen. Die Baudirektion bereitet zu diesem Zweck eine Zuschauerplattform vor, die über die Äussere Güterstrasse und via Ökihof zu erreichen ist (siehe Plan). Der wohl spektakulärste Teil der Arbeiten – das Einhieven der Hilfsbrücken – wird voraussichtlich in der Zeit zwischen 16 und 20 Uhr stattfinden. Zuvor, d.h. von 10.30 bis ca. 16 Uhr sind Vorarbeiten im Gang wie das Entfernen des Schotters, das Trennen der Geleise und der Abbruch der alten Brückenplatte.

Die Etappen zwei und drei sind das eigentliche Pièce de résistance, denn es gilt innerhalb von wenigen Stunden die Hilfsbrücken für die zwei Hauptgeleise einzubauen, ohne den Bahnverkehr auf den vielbefahrenen Achsen Zürich-Luzern und Zürich-Gotthard einschneidend zu behindern. Die Arbeiten müssen deshalb in der Nacht ausgeführt werden. Sie sind wie folgt geplant:

? Freitag, 24. Oktober 2008, 22.40 Uhr bis Samstag, 25. Oktober 2008, 05.40 Uhr

? Samstag, 25. Oktober 2008, 24.00 Uhr bis Sonntag, 26. Oktober 2008, 05.50 Uhr

Beim generalstabsmässig vorbereiteten Einbau werden zirka 15 Personen der beauftragten Bauunternehmung, rund zehn Personen der SBB-Fachdienste sowie die Bauleitung der Ingenieurgemeinschaft mitwirken.

Ersatzbusse für Nachtzüge der SN9
Die Arbeiten an den Hauptgeleisen wurden bewusst auf das letzte Oktober-Wochenende gelegt, weil durch die Umstellung auf Winterzeit eine zusätzliche Stunde zur Verfügung steht. Trotz der gewonnenen Stunde macht es das enge Zeitkorsett unumgänglich, die Nacht-SBahnzüge SN9 in den Nächten vom 24./25. und 25./26. Oktober 2008 zwischen Zug und Baar entfallen zu lassen. Für die Reisenden steht jedoch ein Busersatzdienst zur Verfügung. Betroffen sind konkret folgende SN9-Züge: Zug ab: 01.51 / 02.51 / 03.51 / 04.51 Uhr Baar ab: 02.01 / 03.01 Uhr.

Hilfsbrücken ein Jahr im Einsatz
Mit dem Einbau der Hilfsbrücken werden die Voraussetzungen geschaffen sein, dass die Unterführung Feldstrasse in den kommenden Monaten auf die neue Breite ausgebaut werden kann. Gemäss Bauprogramm sollten die Aushub- und Betonierarbeiten bis in einem Jahr soweit abgeschlossen sein, dass die vier Hilfsbrücken im Oktober 2009 wieder entfernt werden können. Anschliessend erfolgen der Bau des Strassenkörpers sowie der Einbau des kombinierten Radund Gehweges. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für Mai 2010 terminiert.

Die Baudirektion wird wie bis anhin über den Fortgang der Arbeiten periodisch orientieren (siehe auch www.zug.ch/nordzufahrt ). Bei dieser Gelegenheit möchten die Verantwortlichen der Anwohnerschaft für das entgegengebrachte Verständnis nochmals herzlich danken. Die Bauleitung ist stets bemüht, die Emissionen auf ein Minimum zu beschränken.

scd