«Fensterbohrer» nach Grossfahndung verhaftet

In den letzten Wochen schlichen im Kanton Zug nachts sogenannte «Fensterbohrer» in dutzende Wohnungen ein und stahlen Wertsachen. Nun meldet die Zuger Polizei einen Fahndungserfolg. Sie hat zwei Kroaten verhaftet.

Drucken
Teilen
Via Fenster gelangten die Diebe in mehrere Einfamlienhäuser (Symbolbild Keystone).

Via Fenster gelangten die Diebe in mehrere Einfamlienhäuser (Symbolbild Keystone).

Ab Ende Oktober wurde im Kanton Zug in zahlreiche Ein- und Mehrfamilienhäuser mit der sogenannten "Fensterbohrer-Methode" eingebrochen. Die Täter bohrten dabei jeweils ein Loch in den Fensterrahmen oder den Rahmen einer Terrassentüre und öffnete mit einem Drahtwerkzeug den Fenster- oder Türriegel. Danach schlichen sie durch die Räume und durchsuchten das Haus nach Wertgegenständen. Meist kamen Bargeld, Schmuck und Natels weg. Viele Einbrüche trugen sich nachts zu, als die Bewohner schliefen. Im Kanton Zug registrierte die Zuger Polizei während einigen Wochen mehrere Dutzend solcher Einbrüche. Die Delikt- und Schadensumme beläuft sich auf mehrere zehntausend Franken.

Intensive Fahndung nach den Tätern

Nach einem Einbruch in Baar konnte der Kriminaltechnische Dienst der Zuger Polizei eine DNA-Spur sichern. Ein Abgleich in der Datenbank ergab einen Treffer auf einen 46-jährigen Kroaten. Dieser wurde umgehend im nationalen Fahndungssystem ausgeschrieben. Über mehrere Wochen observierten Fahnder und Spezialeinheiten nächtelang Quartiere im gesamten Kantonsgebiet. Die Zuger Polizei unternahm dabei grösste Anstrengungen, den Fensterbohrern das Handwerk legen zu können. Bei den Fahndungseinsätzen standen auch Polizisten aus Schwyz und Zürich im Einsatz.

Am Donnerstag, 15. Dezember gelang es den Einsatzkräften schliesslich, den Mann in Steinhausen zusammen mit einem mutmasslichen Komplizen, einem 49-jährigen Landsmann, zu verhaften. Die Effektenkontrolle führte verschiedenes Einbruchswerkzeug zu Tage, darunter auch einen Holzbohrer. Beide Verdächtigen wurden der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug zugeführt und in Untersuchungshaft genommen. Es ist eine umfangreiche Strafuntersuchung der Polizei und der Staatsanwaltschaft im Gange.

Seit der Festnahme der beiden Männer haben sich im Kanton Zug keine weiteren Einbrüche mit der Fensterbohrer-Methode mehr zugetragen, schreiben die Zuger Strafverfolgungsbehörden in einem Communiqué.

pd/rem