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FESTIVAL: Mit Hammerklassik und mehr durch den Sommer

Auch nach 17 Jahren gehen die Ideen nicht aus: Die «Sommerklänge» führen heuer in ästhetische Hallen, schlichte Zweckbauten und gar an den Rand des Abgrunds.
Der gedeckte Innenhof des Pflegezentrums Baar ist einer der Schauplätze der «Sommerklänge» 2017.

Der gedeckte Innenhof des Pflegezentrums Baar ist einer der Schauplätze der «Sommerklänge» 2017.

Dass hochkarätige Konzerte nicht nur in dafür vorgesehenen Räumen funktionieren, sondern genauso gut an aussergewöhnlichen Orten stattfinden können, und dass sich dabei dem Publikum ganz neue Horizonte erschliessen, das beweist das schon lange zur Tradition gewordene Sommerklänge-Festival immer wieder von neuem.

Seit 17 Jahren suchen sich die Organisatoren für die fünf Sommerkonzerte – anfänglich waren es deren drei – fünf unkonventionelle Aufführungsorte im Kanton Zug. Vom Heuschober über die Industriehalle bis hin zum Quartiertreff oder zur gedeckten Brücke war schon alles Erdenkliche zur Konzertbühne umfunktioniert geworden. Die Möglichkeiten scheinen unerschöpflich. «Und das Publikum zieht zu unserer Freude richtig mit», sagt Peter Hoppe vom OK.

Viel Arbeit steckt hinter der jährlichen Umsetzung. Nicht nur ist die Organisation darauf angewiesen, dass die Verantwortlichen der angepeilten Konzertorte bereit sind, ihre Lokalität für einen öffentlichen Anlass dieser Art zur Verfügung zu stellen. «Wir brauchen auch professionelle Musiker, die bereit sind, sich auf diese ungewöhnlichen Orte einzulassen, an denen sie spielen sollen», sagt die künstlerische Leiterin Madeleine Nussbaumer.

Aber auch für die 17. Durchführung dieser überregional bekannten und angesehenen Konzertreihe hat das mehrköpfige Team um Peter Hoppe und Madeleine Nussbaumer erfolgreiche Arbeit geleistet, und das Publikum darf sich einmal mehr auf hochkarätigen Musikgenuss vor einer aussergewöhnlichen Kulisse freuen, zu der wie immer eine Fachperson jeweils eine geschichtliche Einleitung gibt.

Was wird wann und wo gespielt?

Sonntag, 9. Juli, 17 Uhr: «Karneval der Stile» – Bauernhof Hof in Oberwil bei Cham. Auf drei Seiten von einer mächtigen Kiesgrube umgeben, zeichnet sich dieser abenteuerlich am Rande des Abgrunds gelegene Ort unter anderem durch seine archäologischen Hintergründe aus. Das Ensemble Chamäleon spielt in Grossbesetzung ein facettenreiches Programm aus dem 19. und dem 20. Jahrhundert.

Sonntag, 16. Juli, 17 Uhr: «En marche!» – Kapelle Maria vom Berg Menzingen. Vielen ist dieser stimmungsvolle Sakralraum im Wohnheim für betagte Schwestern gar nicht bekannt. Das Quintette Moraguès aus Frankreich spielt hier Mozart, Hindemith und ein (vielversprechendes!) Überraschungsprogramm.

Sonntag, 23. Juli, 17 Uhr: «Hammerklassik» – Aula des Gewerblich-industriellen Bildungszentrums (GIBZ). Das GIBZ in Zug ist ein markanter Sichtbetonbau, der es aus ästhetischer und bildungshistorischer Sicht in sich hat. Auch hier eine illustre Besetzung: Esther Hoppe (Violine), Christian Poltéra (Cello) und Ronald Brautigam (Hammerflügel) entführen mit Werken von Haydn, Beethoven und Schubert ins Wien um 1800.

Sonntag, 30. Juli, 17 Uhr: «Aus Alt mach Neu» – Innenhof des Pflegezentrums Baar. Das Atrium des 2016 eröffneten Erweiterungsbaus ist Ästhetik pur. Wie wirkt Livemusik in diesem hohen gedeckten Raum mit echtem Baum? Man darf gespannt sein. Das Quadriga Consort aus Österreich interpretiert traditionelle alte Musik von den Britischen Inseln auf neue frische Weise.

Sonntag, 6. August, 17 Uhr: «Lebensfreude» – Freizeitanlage Heuboden in Holzhäusern. Die einstige Festhütte ist mit einem soeben fertiggestellten, formschönen Neubau ersetzt worden. Das Timing ist perfekt, diesen mit sprudelnd-lebensbejahender Musik «einzuweihen». Die vier jungen, versierten Musiker von «A Little Green» aus dem Thurgau spielen Irish Folk und mehr auf einer Vielzahl an Instrumenten.

Nach wie vor verdanken die Organisatoren die Machbarkeit der «Sommerklänge» zu einem wesentlichen Teil der tatkräftigen Unterstützung von regionalen Gönnern, Stiftungen und Institutionen sowie der öffentlichen Hand. «Das Festival dreht sich auch nach 17 Jahren nicht im Kreis, sondern ist wie eine Spirale, die sich stets auf neue Ebenen bewegt», würdigt Matthias Buzzi die Organisation als Vertreter der Zuger Raiffeisenbanken, Hauptsponsor des Sommerklänge-Festivals. Für ihn zählen insbesondere das Herzblut, die Konstanz, die Professionalität dahinter – dass es für die Menschen ist und an deren Lebensfreude appelliert.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Hinweis

Das detaillierte Programm, alles zur Ticketreservation usw. ist unter www.sommerklaenge.ch abrufbar.

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