FEUERBRAND: Antibiotika: Bund entscheidet heute

«Das Ausmass der Erkrankungsfälle war 2007 derart gross, dass wir auch dieses Jahr wieder mit Feuerbrand rechnen müssen.» Das sagte Esther Moltmann vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Stuttgart (D) am Montag an der 12. Zentralschweizer Obstbautagung in Hünenberg.

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Szene vom Juni 2007: In der Obstplantage von Louis Suter in Hünenberg verbrennt der Forstarbeiter Roger Reichlin aus Menzingen vom Feuerbrand befallenen Obstkulturen. (Bild Martin Heimann/Neue ZZ)

Szene vom Juni 2007: In der Obstplantage von Louis Suter in Hünenberg verbrennt der Forstarbeiter Roger Reichlin aus Menzingen vom Feuerbrand befallenen Obstkulturen. (Bild Martin Heimann/Neue ZZ)

Im Zentrum der Tagung stand das Anliegen der Obstproduzenten, die Bakterienkrankheit Feuerbrand mit dem Antibiotikum Streptomycin zu bekämpfen. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BWL) entscheidet heute über eine Zulassung des Antibiotikums.

Bruno Werder, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Zentralschweizer Obstproduzenten, ist grundsätzlich für den Einsatz von Antibiotikum, «auch wenn ich damit nicht glücklich bin». Doch die Benachteiligung gegenüber den Obstbauern aus dem benachbarten Ausland, wo das Antibiotikum kontrolliert eingesetzt werden dürfe, wäre für ihn zu gross. Zudem fordert Bruno Werder finanzielle Mittel für die Forschung alternativer Mittel zur Bekämpfung des Feuerbrands.

Nur begrenzte Alternativen
Wirkungsvolle Alternativen für das umstrittene Streptomycin sieht Esther Moltmann (noch) keine: «Natürlich gibt es weitere Produkte, die im Kampf gegen den Feuerbrand eingesetzt werden können. Gross angelegte Versuche mit infizierten Bäumen zeigen jedoch, dass diese allesamt keinen ausreichend hohen und sicheren Wirkungsgrad zeigen.»

Einig sind sich jedoch Befürworter und Gegner von Streptomycin: Wenn das Antibiotikum vom Bund freigegeben werden soll, dann nur unter strengsten Auflagen und umfassender Kontrolle.

Ernst Zimmerli/Neue ZZ

Zisch hält Sie heute über den Entscheid des Bundesrats auf dem Laufenden.