FEUERBRAND: Die Obstbauern rüsten sich für den Kampf

Über 9000 Bäume fielen 2007 dem Feuerbrand zum Opfer. Damit das nicht mehr passiert, werden Obstbauern Antibiotika einsetzen. Wahrscheinlich bereits morgen.

Merken
Drucken
Teilen
Obstbauer Josef Burri wird seine Obstbäume mit Antibiotika gegen Feuerbrand behandeln. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Obstbauer Josef Burri wird seine Obstbäume mit Antibiotika gegen Feuerbrand behandeln. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Gestern Morgen sah es noch ganz danach aus, als ob der Feuerbrand heute erstmals in diesem Jahr im Kanton Zug ausbrechen würde. Dies prognostizierten Fachleute.

Doch die leichte Bise drückt die Temperaturen und verhindert somit vorläufig den erstmaligen Ausbruch. Denn die gefährliche Bakterienkrankheit braucht eine durchschnittliche Temperatur von knapp 16 Grad, um aktiv zu werden.

Noch diese Woche wird der Feuerbrand ausbrechen
«Die Infektion hat sich etwas verzögert», erklärt Louis Suter, Leiter der Zentralstelle Obstbau des Kantons Zug. «Aber diese Woche wird der Feuerbrand auf jeden Fall ausbrechen.»

Obstbauern und Fachleute analysieren die Situation im Kanton Zug zurzeit akribisch. «Die Lage wird mehrmals täglich überprüft», so Suter. Der Grund: Das Antibiotikum Streptomycin muss zum richtigen Zeitpunkt und innerhalb von 24 Stunden nach der Freigabe durch die Behörden auf die Bäume gespritzt werden, damit dieses seine volle Wirkung erzielt.

Wird es zu früh eingesetzt, ist es nicht mehr genug wirksam, wenn die Krankheit ausbricht. Wird es zu spät eingesetzt, kann die Verbreitung nur mehr schwer eingedämmt werden.

«Nachts sprühen, wenn die Bienen nicht mehr fliegen»
Mit einer Freigabe des Antibiotikums rechnet Suter morgen Mittwoch, allenfalls bereits heute Abend.
Einer der insgesamt zwölf Obstbauern im Kanton Zug, die das Antibiotikum in diesem Frühling einsetzen dürfen, ist der Hünenberger Josef Burri.

Richtig wohl ist es Burri beim Antibiotika-Einsatz aber nicht. «Ich wünschte, es gäbe eine andere Möglichkeit, die Krankheit einzudämmen», sagt er. Danach sieht es aber nicht aus. Und auch um einen Einsatz wird er kaum kommen. «Ich werde das Antibiotikum aber am späteren Abend oder nachts sprühen, dann, wenn die Bienen nicht mehr fliegen.»

2007 wütete der Feuerbrand dank warmem Frühling
Dank des sehr warmen Frühlings im vergangenen Jahr wütete der Feuerbrand 2007 mit verheerendem Ausmass. «Dieses Jahr waren die Temperaturen nicht mehr so hoch und die Blütezeit neigt sich bereits dem Ende zu», sagt Burri. «Im Vergleich zum letzten Jahr könnten wir mit einem blauen Auge davonkommen.»

Andreas Oppliger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.