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Eine Feurige Tradition erwacht im Ziegelei-Museum in Hagendorn

Vor drei Jahren hat das Ziegelei-Museum zum ersten Mal einen Feldbrand gezeigt. Nun soll die seltene Tradition erneut zu bewundern sein – sofern das Wetter mitspielt.
Vanessa Varisco
Ingenieur Holger Bönisch beim Setzen der Lehmsteine für den letzten Feldbrand 2015. Dieser dauerte rund 15 Stunden. (Bild: PD/Ziegelei-Museum)

Ingenieur Holger Bönisch beim Setzen der Lehmsteine für den letzten Feldbrand 2015. Dieser dauerte rund 15 Stunden. (Bild: PD/Ziegelei-Museum)

Die Herstellung von Backsteinen beruht auf der uralten Methode des Feldbrands. Dazu wird auf einem Feld ein rechteckiger Brandofen aus 2500 ungebrannten Lehmsteinen, die lediglich mit einem Lehmverstrich gegen den Wind abgedichtet werden, aufgebaut. Im Inneren dieses Ofens wird schliesslich ein Feuer entzündet. «Die Kunst besteht darin, die Steine so zu setzen, dass Feuerungsräume entstehen, von denen aus die heisse Luft gut durch den Ofen ziehen kann», erklärt Stefanie Steiner, stellvertretende Museumsleiterin des Ziegelei-Museums.

Dort soll am nächsten Wochenende ein solcher Feldbrand durchgeführt werden. Beim Aufbau des Ofens hilft Brennspezialist Holger Bönisch aus Deutschland mit zehn Studenten der Technischen Universität München. Stattfinden wird der Aufbau am Donnerstag, 16. und Freitag, 17. August jeweils nachmittags. Anschliessend wird Ingenieur Bönisch einen Vortrag über die Geschichte der Ziegelbrennöfen halten. In Europa ist diese Tradition im 20. Jahrhundert verschwunden, stattdessen werden nun feste Öfen verwendet. In Indien und Afrika allerdings wird der Feldbrand noch heute praktiziert.

Einzigartig in der Schweiz

«Der Brand selbst muss sehr sorgfältig geplant werden, damit die Steine nicht zusammenbacken», erklärt Stefanie Steiner. Das Aufheizen muss ausserdem langsam geschehen, sonst besteht wegen der Restfeuchtigkeit im Lehm die Gefahr eines Sprungs im Material. Auch darf es nicht zu heiss werden im Ofen – bei zu grosser Hitze schmilzt die Keramik. Der Ofen muss stabil gebaut werden, damit er während des Brandes nicht zusammenbricht. Angefeuert wird mit Holz, ganz ohne technische Hilfsmittel. «Es wird also nur aufgrund der Erfahrung und des Könnens unserer Brennspezialisten gelingen», so Steiner. Befeuert wird der Feldbrandofen Tag und Nacht. «Das Feuern hat seine ganz eigene Faszination, besonders wenn es dunkel ist und man die Steine im Innern glühen sehen kann», sagt Steiner.

«Das Feuern hat 
seine ganz eigene Faszination, 
besonders, wenn 
es dunkel ist.» Stefanie Steiner, stellvertretende Museumsleiterin
Ziegelei-Museum Hünenberg

Bereits der letzte Feldbrand im Jahr 2015 hat zahlreiche Besucher angelockt, das liege unter anderem daran, dass der Aufbau eine Besonderheit sei, berichtet Steiner. «Ausserdem kann man nirgendwo sonst in der Schweiz einen solchen Feldbrand erleben», fügt sie an.

Ob der Brand durchgeführt werden kann, ist allerdings noch unklar. Denn zurzeit herrscht im Kanton Zug nach wie vor Feuerverbot aufgrund der Trockenheit. Man stehe mit Fachleuten, unter anderem der Feuerwehr Hünenberg, in Kontakt. «Trotz Gewitter hat sich die Lage nicht genug entspannt, sodass das Feuerverbot noch in Kraft ist laut Amt für Wald und Wild», weiss Steiner. Aber der Aufbau sowie das Rahmenprogramm finden auf jeden Fall statt. So sorgen unter anderem Brass4Baar und Studenten der Hochschule für Musik am Feldbrandofen-Fest. Kulinarisch werden die Gäste im Ziegelei-Beizli verwöhnt.

Weitere Informationen zum Feldbrand finden Sie unter: www.ziegelei-museum.ch

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