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FINANZEN 19: Zuger Tierfundmeldestelle muss schliessen

Im Rahmen des Sparprogramms sollte dem Tierschutzverein Zug der Beitrag fürs Führen der Tierfundmeldestelle gekürzt werden. Ein Abbau könnte Konsequenzen fürs Tierwohl haben.
Christopher Gilb
Blicken in eine ungewisse Zukunft: Bewohner des Tierheims Allenwinden. (Bild: Stefan Kaiser (Allenwinden, 3. April 2017))

Blicken in eine ungewisse Zukunft: Bewohner des Tierheims Allenwinden. (Bild: Stefan Kaiser (Allenwinden, 3. April 2017))

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Die Information ist im Jahres­bericht des Tierschutzvereins Zug zu finden: «Rechtzeitig zum 70. Geburtstag erhielten wir als ‹Geschenk› vom Kanton die Kündigung der Leistungsvereinbarung zur Führung der offiziellen und gesetzlich vorgeschriebenen Tierfundmeldestelle», schreibt der Verein. «Bereits im Rahmen des Sparpakets 2018 wurde der Beitrag um 10 Prozent gekürzt», sagt Vereinspräsident Robert Gottschalk auf Nachfrage. «Wir wollten uns solidarisch mit den Sparbemühungen zeigen und ­haben das akzeptiert.» Dann sei es Mitte des letzten Jahres aber um weitere Kürzungen gegangen. «Der Kantonstierarzt Rainer Nussbaumer hat uns angekündigt, dass es im Rahmen des nächsten Sparpakets ‹Finanzen 19› auf 2019 weitere Kürzungen gebe.» Doch dass die Kürzungen so umfassend ausfallen, habe man nicht erwartet. Der Beitrag sollte um 90 Prozent von derzeit rund 20000 auf rund 2000 Franken gekürzt werden.

Kanton Zug wollte mehr Service erbringen

Insgesamt umfasst das Sparprojekt 385 Massnahmen im Umfang von 92 Millionen Franken. «Mit dieser Kürzung wäre es uns nicht mehr möglich gewesen, das Angebot zu erbringen.» Der Tierschutzverein Zug lehnte den Vertrag ab. Während andere Kantone beispielsweise auf das Angebot der Schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ) zurückgreifen, wo Tierfunde online gemeldet werden können, um den gesetzlichen Auftrag zu erbringen, hatte der Kanton Zug ­einen anderen Weg gewählt und 2004 den Tierschutzverein damit beauftragt. Dies, da schnelle und unbürokratische Hilfestellung erforderlich sei, wenn Tiere heimatlos werden, verloren ­gehen oder ihre Interessen und Bedürfnisse ungenügend berücksichtigt werden, so der damalige Gesundheitsdirektor Joachim Eder. «Unsere Aufgabe bestand darin, Fundmeldungen entge­genzunehmen, diese ins nationale Register einzutragen, Statistiken für den Kanton zu führen und die Tiere in unserem Tierheim in Allenwinden zu betreuen», so Gottschalk. Im Jahr 2017 wurden dem Verein 276 gefundene und 110 vermisste Tiere gemeldet, und 203 Tiere wurden aufgenommen. «Meine Sorge ist, dass wenn man den Fund nur noch online melden kann, aber keine Anlaufstelle mehr hat, wo die Tiere betreut werden können, sie zwar meldet, aber liegen lässt», so Gottschalk. «Weil einem der finanzielle Aufwand, sie zum Tierarzt zu bringen, zu gross ist.» Er legt Wert darauf, dass der Verein auch weiterhin Findeltiere aufnehme. Aber nicht mehr als offizielle Stelle.

Massive Kritik an der Zuger Regierung

Ein Mitglied des Vereins, das unsere Zeitung auf das Thema aufmerksam gemacht hat, kritisiert die Massnahme des Kantons deutlich: «Es ist beschämend, dass die Regierung des reichen Kantons Zug solche – für mein Empfinden an Nötigung grenzende – Sparmassnahmen trifft. Tiere sind für viele Menschen wichtig und oft die einzigen Licht­blicke.» Wer künftig die Melde- stelle führt, ist noch nicht klar. «Wir suchen eine Lösung im Rahmen der 2000 Franken, die dafür zur ­Verfügung stehen», sagt Aurel Köpfli, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gesundheitsdirektion. Dass es zu einem Qualitätsabbau komme, sei die Konsequenz von Sparmassnahmen. Der gesetzliche Auftrag sehe aber eben nur eine Meldemöglichkeit vor.

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