FINANZEN: Baar schliesst Steuererhöhung nicht aus

Das Budget der Gemeinde Baar für das nächste Jahr schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 6,8 Millionen Franken. Zwei Ausgleichszahlungen sind massgeblich für diese Differenz verantwortlich.

Drucken
Teilen
Das Altersheim Bahnmatt ist eines der grossen Investitionsprojekte der Gemeinde Baar. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Das Altersheim Bahnmatt ist eines der grossen Investitionsprojekte der Gemeinde Baar. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Es ist ein weiteres Budgetdefizit, das der Baarer Gemeinderat präsentiert. Mit Blick auf den Finanzplan wird es wohl auch nicht das Letzte sein, teilt die Gemeinde mit. Der Gemeinderat nimmt in den nächsten Jahr bewusst weitere Defizite in Kauf. Dies auch als Zeichen der Kontinuität gegenüber der Steuerzahlern. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass mittelfrisitg eine moderate Steuererhöhung ein Thema sein wird.

Hohe Zahlungen

Die Beiträge an den inner- und interkantonalen Finanzausgleich steigen, wie bereits vor einem Jahr vorausgesagt, um 8,1 Millionen Franken oder 46% an. Gemäss Berechnungen der Finanzdirektion hat Baar an die Zuger Nehmergemeinden 10,2 Millionen Franken und an den NFA-Ressourcen-, Lasten und Härteausgleich des Bundes 7,5 Millionen Franken zu bezahlen.

Attraktiver Steuerfuss

Der Steuerfuss von Baar liegt zurzeit bei 56%. Er half mit, sich trotz allgemein unsicherem wirtschaftlichen Umfeld und in Kenntnis von hohen Investitionen im nationalen und internationalen Vergleich weiterhin erfolgreich zu positionieren. Der attraktive Steuerfuss war und ist mit Blick auf die aktuelle Gemeindebilanz vertretbar und wirtschaftlich gewinnbringend, sagt die Gemeinde.

Die Steuererträge 2015 bei den Juristischen Personen sinken. Mehrere Firmen mit relativ hohem Steuersubstrat wurden verkauft, andere haben ihr Domizil gewechselt, sind in Liquidation oder leiden unter den Wirtschaftssanktionen gegen Russland.

Grosse Investitionsprojekte belasten den Gemeindehaushalt

In der Gemeinde Baar stehen grosse Investitionsprojekte an. Die dafür geplanten Ausgaben belaufen sich bis ins Jahr 2019 auf insgesamt 70 Millionen Franken. Die beiden Ersatzneubauten «Altersheim Bahnmatt» und «Schulhaus Wiesental» sind nur zum Teil enthalten. Die damit zusammenhängenden Abschreibungen belasten die laufende Rechnung über den ganzen Planungshorizont stark.

Der Gemeinderat macht sich in Zusammenarbeit mit der Finanzkommission trotzdem Gedanken, grosse Projekte bereits heute mit günstigem Fremdkapital zu finanzieren.

pz