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FINANZEN: Eine Minderheit zahlt einen erheblichen Teil der Steuern

Die Antwort der Regierung auf eine entsprechende Interpellation zeigt: Der Kanton Zug hat hinsichtlich Steuereinnahmen kein substanzielles Klumpenrisiko. Trotzdem: Wenige zahlen einen grossen Teil der Steuern – bei Privaten wie bei Firmen.
Charly Keiser
In seinem Bemühen, Mehreinnahmen zu generieren, sieht die Luzerner Regierung nun aber vor, die Teilbesteuerung von Dividenden auf 70 Prozent zu erhöhen. (Symbolbild / Christian Beutler)

In seinem Bemühen, Mehreinnahmen zu generieren, sieht die Luzerner Regierung nun aber vor, die Teilbesteuerung von Dividenden auf 70 Prozent zu erhöhen. (Symbolbild / Christian Beutler)

Hat der Kanton Zug bezüglich seiner Steuereinnahmen ein Klumpenrisiko? Dies, weil die Steuern von wenigen Steuerpflichtigen und/oder aus wenigen speziellen Branchen stammen? Dies fragte – rudimentär ausgedrückt – die FDP-Fraktion Ende März den Regierungsrat in einer Interpellation.

Die Antworten der Regierung sind höchst aufschlussreich. Listet sie doch in ihrem entsprechenden Bericht viele Zahlen auf. Ende 2016 seien im Kanton Zug 77350 sogenannte natürliche Personen, das heisst Privatpersonen, regis­triert gewesen. Der Regierungsrat listet in der Folge 13 Stufen auf. Daraus ist zu erkennen, wie viele Personen der einzelnen Stufen wie viele Steuerfranken bezahlen und wie viel das in Prozent ausmacht (siehe Bonus). Für die Steuerperiode 2015 heisst das: 29 Steuerpflichtige oder 0,04 Prozent versteuern ein Einkommen von mehr als 5 Millionen Franken. Sie zahlen damit dem Kanton 20,9 Millionen Franken oder 7,37 Prozent der kantonalen Einkommenssteuern. 6796 oder 9,1 Prozent der Steuerpflichtigen haben ein steuerbares Einkommen von mehr als 150000 Franken. Sie zahlen 178,6 Millionen Franken oder 62,97 Prozent der kantonalen Einkommenssteuern. 90,9 Prozent oder 67879 Steuerpflichtige haben ein steuerbares Einkommen von unter 150000 Franken. Sie tragen 105,10 Millionen Franken oder 37,03 Prozent zu den kantonalen Einkommenssteuern bei. 9508 oder 12,73 Prozent der Steuerpflichtigen haben kein steuerbares Einkommen und zahlen keine Steuern.

Mehrfachmillionäre zahlen hohen Prozentsatz

Noch grössere Unterschiede zeigen die Zahlen für die Vermögenssteuer der Privaten. 1545 oder 2,07 Prozent Steuerpflichtige haben ein steuerbares Vermögen von mehr als 5 Millionen Franken und zahlen mit 53,6 Millionen Franken 68,38 Prozent der kantonalen Vermögenssteuern. 7687 oder 10,29 Prozent Steuerpflichtige haben ein steuerbares Vermögen von mehr als 1 Million Franken und zahlen 71,7 Millionen Franken oder 91,41 Prozent der kantonalen Vermögenssteuern. 41409 Steuerpflichtige und damit 55,45 Prozent haben kein steuerbares Vermögen und bezahlen folglich keine Vermögenssteuern.

Top-10-Firmen zahlen rund 30 Prozent der Steuern

Von grosser Bedeutung sind auch die Steuereinnahmen der Firmen. Die Regierung fasst zusammen: «Gemäss Auswertungen entfielen auf die Top-10-Gesellschaften in den Jahren 2015 und 2016 im Schnitt etwa 30 Prozent der Kantonssteuererträge juristischer Personen. Dies sind rund 70 Millionen Franken der entsprechenden jährlich gesamthaft rund 220 Millionen Franken Kantonssteuereinnahmen.» Bei den direkten Bundessteuern und damit auch beim 17-prozentigen Kantonsanteil an der direkten Bundessteuer, den der Kanton Zug behalten könne, würden die Top-10-Gesellschaften rund 50 Prozent der Steuererträge juristischer Personen ausmachen, schreibt der Regierungsrat weiter. «In absoluten Zahlen verblieb dem Kanton Zug von den Top-10-Gesellschaften somit rund 80 Millionen Franken, von insgesamt 160 Millionen Franken Kantonsanteil an der direkten Bundessteuer juristischer Personen.»

Generell lasse sich festhalten, dass der Kanton Zug sowohl bei den Firmen als auch bei den Privaten eine breite Basis von guten Steuerzahlern habe, beginnt der Regierungsrat mit seiner Antwort zum möglichen Klumpenrisiko. «Es trifft zu, dass nur gerade 29 natürliche Personen für rund 7,4 Prozent der Einkommenssteuererträge des Kantons aufkommen, jedoch ist der persönliche, familiäre und berufliche Hintergrund dieser 29 Personen recht verschieden.» Auch altersmässig sei eine gewisse Durchmischung feststellbar, ebenso bei den Nationalitäten. «Ähnliche Feststellungen gelten auch für die Vermögenssteuern, auch wenn lediglich 1545 natürliche Personen oder 2,07 Prozent für 53,6 Millionen Franken und damit für 68,38 Prozent der Vermögenssteuern verantwortlich sind.»

«Breite Basis guter Steuerzahler»

Bei den juristischen Personen seien die Top-10-Gesellschaften für etwa einen Drittel der Gewinn- und Kapitalsteuererträge verantwortlich, bilanziert der Regierungsrat. «Ein Wegzug einer dieser steuerstarken Gesellschaften wäre sehr zu bedauern und würde schmerzen.» Branchenmässig liege der Schwerpunkt dieser Firmen im internationalen Handel, im Life-Sciences-Bereich und im Finanzsektor, wobei eine gesunde Durchmischung feststellbar sei. Das Gleiche gelte auch für eine geografische und währungsmässige Diversifikation, ergänzt der Regierungsrat und betont, «auch wenn immer mal wieder einzelne Firmen wegen Verwerfungen an den Rohstoff- oder ­Finanzmärkten durch grössere Wechselkursschwankungen Verluste erzielen und sie in einzelnen Jahren keine oder nur geringe Steuerbeträge geleistet haben». In solchen Situationen seien jeweils andere Unternehmen in die Bresche gesprungen.

Auch wenn nicht von einem substanziellen Klumpenrisiko gesprochen werden müsse, sei sich der Regierungsrat bewusst, dass eine Minderheit der Steuerpflichtigen einen erheblichen Teil der zugerischen Steuern bezahle. «Daher gilt es, den vorteilhaften steuerlichen und anderweitigen Rahmenbedingungen Sorge zu tragen, um das vorhandene Steuersubstrat langfristig zu sichern und weiter zu ver­breitern. Eine breite Basis guter Steuerzahlender ist der wirksamste Schutz gegen uner­wünschte Klumpenrisiken.»

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch


HINWEIS
Den Bericht der Regierung finden Sie auf zugerzeitung.ch/bonus

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