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FINANZEN: Spenden lassen sich von Steuern abziehen – jedoch nicht alle

Spenden können die Rechnung der Steuerpflichtigen positiv beeinflussen. Es gilt aber zu beachten, dass nicht jede Spende von der Steuerverwaltung als solche anerkannt wird.
Marco Morosoli
Die 10er-, 20er- und 50er-Note der Neunten Banknotenserie der Schweizerischen Nationalbank, am Dienstag, 7. November 2017, in Novazzano. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu) (Bild: GABRIELE PUTZU (TI-PRESS))

Die 10er-, 20er- und 50er-Note der Neunten Banknotenserie der Schweizerischen Nationalbank, am Dienstag, 7. November 2017, in Novazzano. (KEYSTONE/Ti-Press/Gabriele Putzu) (Bild: GABRIELE PUTZU (TI-PRESS))

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Das Zeitfenster wird immer enger. Noch bis am 30. April können im Kanton Zug die Steuererklärungen ausgefüllt und abgeschickt werden. Wer glaubt, seine Steuererklärung nicht bis zu diesem Stichtag einreichen zu können, braucht eine Fristerstreckung. Um die Steuerlast in Grenzen zu halten, ist das Suchen nach Abzugsmöglichkeiten immer eine interessante Disziplin. Oftmals ist der Steuerpflichtige aber unsicher, ob Zuwendungen an Organisationen vorbehaltlos zulässig sind.

Kürzlich hat ein Leser gefragt, ob es eine Liste gibt, auf der alle Institutionen aufgeführt sind, für welche Spenden von der Steuer abgesetzt werden können. Philipp Moos, er ist Leiter der Abteilung natürliche Personen bei der Zuger Steuerverwaltung, sagt: «Eine schweizweit komplette Liste gibt es nicht.» Auch der Kanton Zug führe keine Liste. Für Moos wird dies aus zwei Gründen nicht praktiziert: «Einerseits geschieht dies wegen des Steuer­geheimnisses nicht, und ande­rerseits fehlt die gesetzliche Grundlage, um eine Liste der steuerbefreiten Institutionen zu publizieren.» Anders geregelt ist dies im Kanton Zürich. In dessen Steuergesetz steht explizit, dass die kantonale Steuerverwaltung eine solche Liste erstellen und publizieren kann.

Trotzdem erachtet Philipp Moos das Zuger System nicht als weniger transparent: «In der Praxis stellt dies jedoch meistens kein Problem dar, weil die betroffenen Institutionen von sich aus mögliche Donatoren auf ihre Steuerbefreiung hinweisen und dies auch auf dem Beleg der erhaltenen Zahlungen prominent ausweisen.»

Im Zuger Steuerbuch finden sich weitere Informationen: Ein zusätzliches Kreisschreiben des Bundes, indem erklärt wird, welche Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit erfüllt sein müssen. Der Text scheint allerdings eher für Steuerexperten als für Steuerpflichtige geschrieben worden zu sein. Philipp Moos bringt es besser auf den Punkt: «Gemeinnützigkeit äussert sich darin, dass die finanziellen Mittel ausschliesslich für öffentliche Aufgaben oder das Wohl Dritter verwendet werden. Diese Zweckbindung muss unwiderrufbar sein und tatsächlich auch verwirklicht werden. Der Kreis der Begünstigten muss offen sein, und es dürfen auch keine Erwerbszwecke und Selbsthilfezwecke verfolgt werden.»

Internationale Institutionen brauchen Schweizer Ableger

Diese Begriffserklärung wird auch vom Bundesgericht in ständiger Rechtssprechung gedeckt. Oder anders ausgedrückt: Eine Spende an das Rote Kreuz kann in Abzug gebracht werden. Grundsätzlich seien, so Philipp Moos, lediglich Zahlungen an juristische Personen in der Schweiz abzugsfähig, die im Hinblick auf ihre öffentlichen oder gemeinnützigen Zwecke von der Steuer befreit sind. Dabei ist die Zuger Steuerverwaltung aber kulant und lässt auch Spenden an supranationale Organisationen zu, die hinterher von den Steuern abgezogen werden können. Sie müssen einfach einen Ableger in der Schweiz haben. So können zum Beispiel Zuwendungen an die Unesco steuerrechtlich geltend gemacht werden.

Hingegen ist es unzulässig, Zahlungen zu Gunsten einer Kirchgemeinde als Spenden zu deklarieren. Dies deshalb, weil Zuwendungen für Kultuszwecke generell nicht von den Steuern abgezogen werden können. Hingegen sind zum Beispiel Zahlungen an das Fastenopfer oder an Heks abzugsberechtigt.

Philipp Moos räumt auch noch mit einer anderen, viel genannten Abzugsmöglichkeit auf: die Sportvereine. Für diese gäbe es keine Sonderregelung. Diese Körperschaften sind nicht von der Steuer befreit, «da sie nicht öffentliche beziehungsweise gemeinnützige Zwecke im steuerlichen Sinn verfolgen». Beiträge wie auch Sponsorenbeiträge sind damit nicht abzugsfähig. Laut Moos sind Sportvereine deshalb grundsätzlich steuerpflichtig. Er erinnert aber daran, dass diese häufig keine bis sehr wenig Steuern bezahlen müssen. Die Beiträge der Mitglieder, so sagt Moos, würden nicht zum steuerbaren Gewinn gerechnet. Im Weiteren seien Gewinne von Vereinen bis 10'000 Franken (Kantonssteuer) und 5000 (Bundessteuer) steuerfrei.

Passivmitgliederbeiträge sind nicht abzugsfähig

Ebenfalls keine Spende im steuerlichen Sinne stellt die passive Mitgliedschaft der EVZ-Saisonkarteninhaber dar. In diesen Status hat sie ein knapp gefallener Beschluss der ausserordentlichen Generalversammlung am 31. Januar versetzt. Bis jetzt waren diese stets beim Kauf einer solchen Karte auch gleichzeitig EVZ-Vereinsmitglied mit allen ihren Rechten und Pflichten geworden.

«Zu einzelnen Institutionen darf ich mich nicht äussern», sagt Philipp Moos. Allgemein «kann aber festgehalten werden, dass Mitgliederbeiträge oder sonstige Zahlungen, auf die ein Verein Anspruch hat, keine Zuwendungen im steuerlichen Sinne sind». Damit könnten diese auch nicht unter der Rubrik Spenden subsumiert werden. Dabei mache es keinen Unterschied, ob es sich um eine Aktiv- oder Passivmitgliedschaft handle. Somit wird mit dem Steuergeschenk des EVZ auch nichts.

Ferner ist zu beachten, dass die Spenden pro Jahr mehr als 100 Franken betragen müssen, um Abzüge geltend zu machen. Aber auch das steuerwirksame Spenden hat eine Obergrenze: Im Steuerrecht darf bis 20 Prozent des ausgewiesenen Reineinkommens in Abzug gebracht werden. Auch die Spendierfreudigkeit hat wie fast alles seine Grenzen.

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